Cabernet Franc: Der subtile Verführer

Beim Cabernet Franc handelt es sich gewissermaßen um den kleinen, frühreifenden und etwas helleren Bruder des Cabernet Sauvignon.

Den Cabernet Franc zieht es nicht so sehr ins Scheinwerferlicht, doch er weiß mit einem unterschwellig wahrnehmbaren Duft und einem unkonventionellen Charme durchaus zu gefallen.

 

Seit dem 17. Jahrhundert im Loire-Tal

Der Cabernet Franc wurde wahrscheinlich ursprünglich aus wilden Reben selektiert und wird seit dem 17. Jahrhundert systematisch in Frankreich angebaut – zunächst vor allem im Tal der Loire, später dann auch zunehmend in Bordeaux.

Der Wein verdankt seine Einführung übrigens niemand geringerem als Kardinal Richelieu, der sie in seinem Kloster anbauen ließ.

Die rote, verhältnismäßig wetterresistente Traube gehört bis heute auch zu den auserwählten Rebsorten, die für Bordeaux-Weine eingesetzt werden dürfen.
 

Ausdrucksstarkes Aroma

Das Aroma des säurearmen Cabernet Franc ist eine interessante, ausdrucks¬starke Mischung. Hier konkurrieren Beeren und rote Früchte, Erdbeeren und Himbeeren.

Es gibt Weinfreunde, die im Cabernet Franc sogar Spuren von Veilchenaroma, Kaffee und frischem Laub entdecken.

Mögliche Noten von grünem Paprika und frisch gemähtem Gras sind hingegen ein Indiz für unreife Trauben durch eine zu frühe Ernte.

Der im Verhältnis zum Cabernet Sauvignon niedrige Gehalt an Tannin macht den Wein im Mund spürbar weicher. Durch die nachweislich geringere Adstringenz ist der Wein zudem früher zu genießen.

Von der Farbe her ist der Cabernet Franc meistens deutlich heller als sein „großer Bruder“, braucht sich aber mit seinem intensiven, vielfältigen Aroma nicht hinter diesem zu verstecken.

 

Schnelle Reife ohne besondere Ansprüche

 Die Verbreitung des Cabernet Franc innerhalb Frankreichs kann nicht mit der des Cabernet Sauvignon mithalten.

Dafür wächst und gedeiht die Traube auch dort, wo der Boden den Anforderungen anderer Rebsorten nicht mehr gerecht wird, die Temperaturen niedriger ausfallen und die Witterungsbedingungen rauer sind. Zudem erreicht die Traube bereits rund zehn Tage vor dem Cabernet Sauvignon ihre nötige Reife, was eine frühere Ernte vor den ersten schweren Regenfällen im Herbst erlaubt.

Ein Problem für den Winzer ist das recht kleine Zeitfenster für den optimalen Erntezeitpunkt der Traube. Binnen weniger Tage müssen die reifen Trauben gelesen werden, um das volle, bestmögliche Aromaprofil zu erhalten.

 

Optisch markante Blätter

Optisch besonders markant sind die jungen, rötlich-grün gefärbten Blätter der Rebe, die zudem oft bronzene Flecken aufweisen.

Ausgewachsen haben die Blätter eine fünfeckige Form und setzen sich aus mehreren Lappen zusammen.

Die glänzende Blattspreite erinnert mit einem besonderen Glanz an gehämmertes Metall.

Die Unterseite der Blätter ist spärlich behaart.

Wenn der Cabernet Franc zum richtigen Zeitpunkt geerntet worden ist, beeindruckt er mit einem würzigen Duft und einem komplexen Aroma.

Der Cabernet Franc kommt dabei übrigens nicht nur in seiner reinen Form auf den gut gedeckten Tisch, sondern häufig auch als Bestandteil eines Verschnitts.

So ist die Rebe beispielsweise durchaus gern gesehener Partner eines Merlots oder eines Cabernet Sauvignons.

 

Idealer Begleiter jedes Essens

Auf dem Tisch macht der Cabernet Franc immer eine gute Figur. Ganz gleich, ob Vorspeise oder Hauptgericht, Fleisch oder Fisch, Suppe oder Gemüse.

Der Cabernet hält sich stets angenehm zurück und trägt mit seinem eher subtilen Aroma dezent zu einem ganz besonderen Geschmackserlebnis bei.
 


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