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Alles, was man über Wein wissen sollte!

 

Wein wird nahezu überall auf der Welt konsumiert. Der Anbau ist allerdings eingeschränkt.

Reben können nur gedeihen, wo das Klima dies ermöglicht und die Bodenverhältnisse entsprechend sind. Weinbau nimmt als Zweig der Landwirtschaft etwa 0,5% der genutzten Ackerfläche ein.

Dem Weinbau hat man sich im sonnigen Kalifornien ebenso verschrieben wie im kühlen und feuchten England. Reben wachsen auf weiten Ebenen oder an steilen Hängen. Kleinere Weinberge werden oft mühselig von Hand bewirtschaftet. In größeren Reblagen setzt man auf moderne Technik.

Der Weinbau in der Welt besitzt unterschiedliche Priorität, gemessen an Kultur und Lebensweise der Menschen. Ganze Regionen sind vom Weinbau geprägt. Dort folgt man alten Traditionen.

Neue Weinbauländer verdrängen die klassischen Weinbauregionen und nicht in jedem Land landen die Trauben automatisch im Glas. In der islamische Welt zum Beispiel werden die Früchte nur als Tafeltrauben genossen. Doch etwa 90% aller weltweit angebauten Trauben werden zu köstlichen Weinen verarbeitet.

 

Wo geht was?

 

In mehr als 50 Ländern der Erde werden Weine hergestellt. Europa steht dabei an der Spitze der Erzeuger. Das größte Weinbauland ist Spanien. Knapp 1,2 Millionen Hektar werden bewirtschaftet.

Dies entspricht einem Marktanteil von etwa 14%. Italien und Frankreich halten sich in etwa die Waage und produzieren auf knapp 800.000 Hektar Anbaufläche, was einen Marktanteil von etwas mehr als 10% ausmacht.

Auch der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch der Italiener und Franzosen ist mit durchschnittlich 60 Litern in etwa gleich. Für viele Weinliebhaber überraschend mag erscheinen, dass auch China zu den führenden Weinproduzenten der Welt zählt. Das Land verfügt über 570.000 Hektar Reblagen. Knapp 400.000 Hektar Weinlagen werden in den USA bewirtschaftet.

Über mehr als 200.000 Hektar Anbauflächen verfügen auch die Erzeugerländer Chile, Argentinien, Portugal und Rumänien. Deutschland kann mit diesen Weingiganten nicht mithalten und verfügt über eine vergleichsweise bescheidene Anbaufläche von 99.488 Hektar (Stand 2012). Deutschland ist ein Land der Biertrinker. Dies lässt sich auch beim Pro-Kopf Weinverbrauch nicht leugnen.

Ganze 23 Liter Wein trinkt der Deutsche jährlich im Durchschnitt. Dennoch importiert kein Land der Welt mehr Weine als Deutschland. Mehr als ein Viertel der eigenen Ernte ist dagegen für den Export bestimmt.

 

Wo ist der Wein Zuhause?

 

In den letzten Jahrzehnten gab es maßgebliche Veränderungen im weltweiten Weinbau.

Klassische Weinbauländer verzeichneten Rückgänge, neue Anbaugebiete stahlen ihnen die Show. Trotz wachsender Verbreitung des Weinbaus weltweit liegen etwa 70% der Rebflächen in Europa.

Obwohl historisch gesehen wohl die Asiaten als Pioniere des Weinbaus zu betrachten sind, ist der Weinbau seit der Antike in Europa daheim.

 

Europäische Siedler haben weltweit zu einer Verbreitung des Weinbaus beigetragen.

So hat die Weinerzeugung in Chile oder Kalifornien europäische Wurzeln. Weinreben gedeihen vornehmlich in den gemäßigten Klimazonen. Lange Winter, Spätfröste und zeitiger Herbsteinbruch verhindern den Weinbau nördlich des 50. Breitengrades.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Herrscht regional ein günstiges Kleinklima, dann kann Weinbau durchaus von Erfolg gekrönt sein.

 

Der Weltrebengürtel

 

Die klimatischen Verhältnisse beschränken den Weinbau weltweit auf zwei schmale Gürtel. Zwischen dem 40. und 50. Breitengrad spielt sich der Weinbau zum Großteil ab.

Hier liegen sie, die großen Weingärten Europas und auch die Anbaugebiete Nordamerikas. Von Bedeutung ist auch ein eher schmal verlaufender Gürtel, zwischen den 45. und 30. Breitengrad auf der Südhalbkugel.

Weinländer wie Argentinien, Südafrika, Neuseeland, Australien und Chile mischen hier die weltweite Weinproduktion auf.

Zwischen diesen Zonen wird es schwierig für die Weinbauern.

Ist das Klima zu heiß, dann besitzen die Weine einen vergleichsweise hohen Alkoholgehalt. Die Weine Nordafrikas werden zum Beispiel mit leichteren Weinen aus Europa verschnitten, um ihnen Feinheit und Frische zu geben. Südlich des Weltrebengürtels angebaute Weine werden zu schweren Likörweinen ausgebaut.

Dies geschieht zum Beispiel in Zypern oder in Portugal. Nördlich des 50. Breitengrades sieht es nicht besser aus, Kälte und Dunkelheit verhindern das Reifen der Trauben.

Etwa 1.300 Sonnenstunden verlangen die Trauben, um zu reifen. Weinbau ist nur möglich, wenn sich eine ökologische Nische auftut. In Deutschland finden wir solche klimatisch begünstigten Zonen im Ahrtal oder bei Rüdesheim am Mittelrhein.

Interessant sind die “Grenzgänger”, Weine die an den Rändern des Weltrebengürtels reifen. Am 47. Breitengrad sinken die Temperaturen nachts bereits stark ab. Der Wein behält seine Säure und dies ist optimal für erstklassigen Champagner.

Auch an Mosel und Rhein ist der Säuregehalt der Trauben besonders hoch und der deutsche Riesling wird weltweit geschätzt. Auch in Neuseeland und Australien verschiebt sich der Weinbau mehr und mehr an den Rand des Rebengürtels. Ein Geheimtipps sind die Weißweine der Südinsel Neuseelands.

 

Die Hitparade der Rebsorten

 

Die gesamte Weinanbaufläche der Welt beläuft sich auf knapp acht Millionen Hektar. Klare Aussagen über die häufigsten Rebsorten zu treffen, ist entsprechend schwierig. Der nachfolgenden Aufstellung liegen Statistiken verschiedener Jahre zugrunde.

Da in einigen Länden verschiedene Sorten zusammengefasst werden, sind klare Aussagen umso schwieriger.

Hier sind also die Top-Ten der Rebsorten im Überblick:

• Cabernet Sauvignon - weltweit werden etwa 300.000 Hektar angebaut

 


• Merlot - bringt es auf zirka 268.000 Hektar
• Airèn - die weiße Traube wächst in Spanien auf etwa 250.000 Hektar
• Tempranillo - ist eine rote Traube, die zirka 230.000 Hektar der spanischen Weinberge einnimmt
• Chardonnay - wird weltweit auf 198.000 Hektar kultiviert
• Syrah - gedeiht in Spanien, Frankreich und Australien auf 185.000 Hektar
• Grenache - eine rote Traube, die in Frankreich und Spanien auf 184.000 Hektar wächst
• Trebbiano - eine weiße Traube, angebaut in Italien auf 110.000 Hektar
• Pinot Noir - wird weltweit auf 98.000 Hektar kultiviert
• Sangiovese - in Italien sind der roten Traube 77.000 Hektar Anbaufläche vorbehalten

 

Hätten Sie`s gewusst? - Einige Weinbaukuriositäten

 

Wo liegen die höchste Weinberge der Welt?

Diese finden sich nicht in einem führenden Weinbauland, sondern in Bolivien, einem Zwerg unter den Weinbauländern. Die Weinlagen reichen hier bis auf Höhenlagen von 3.200 Metern. In den kühlen Bergregionen finden besonders europäische Trauben ideale Bedingungen vor.

 

 

Wo liegt der kleinste Weinberg der Welt?

 

 

Der kleinste Weinberg der Welt ist ganze 1,67 Quadratmeter groß und beherbergt drei Rebstöcke. Dennoch ist der Weinberg in Saillon im Schweizer Kanton Wallis eine kleine Berühmtheit.

Die Reben haben mit dem Dalai Lama einen prominenten Besitzer, der auch bereits selbst vor Ort war. Am Weinberg anfallende Arbeiten werden regelmäßig von prominenten Persönlichkeiten erledigt.

 

Was ist die teuerste Flasche Wein der Welt?

 

Wer diese trinken möchte, der muss nach Dubai reisen.

Beim renommierten Spirituosenhändler Le Clos kann der Château Margaux 2009 probiert werden. Eine Flasche kostet 143.000 €. Noch höhere Summen erzielt edler Rebensaft in Auktionen.

So kam bei Christie`s in London ein Château Lafite von 1787 für 160.000 $ unter den Hammer. Ein Screaming Eagle von 1992 ist kaum zu toppen und brachte bei der Nappa Valley Auktion im Jahre 2008 die stolze Summe von 500.000 $.
 



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