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Wein - Mehr als ein Getränk

 

Ein Glas Wein in froher Runde genossen, wer kann da schon Nein sagen.

Wein verbindet Menschen, löst die Zunge und macht Fremde zu Freunden. Plötzlich ist es viel leichter, miteinander ins Gespräch zu kommen und auf Erfolge oder das neue Lebensjahr mit einem Glas Wein anzustoßen, gehört einfach dazu.

Irgendwie ist das Glas Wein etwas Selbstverständliches, das niemand missen möchte. Doch was verbirgt sich hinter diesem Mythos, was ist nun eigentlich Wein?

 

Was spricht die Wissenschaft?

 

Betrachten wir die Sache wissenschaftlich, dann ist die Rede von einem alkoholischen Getränk, welches durch die vollständige oder teilweise alkoholische Gärung von frischen Weintrauben oder von Traubenmost gewonnen wird. So in etwa hat es die Europäische Gemeinschaft in den 1970er Jahren festgelegt. Der Begriff Wein leitet sich von der lateinischen Bezeichnung “vinum” ab.

Weltweit kannte man früh eine Bezeichnung für den Rebensaft. Die Araber tranken ihren “wayn” und bei den Griechen kam “oivo” auf den Tisch. Die Germanen und Kelten lernten den Weinbau von den Römern und übernahmen auch den lateinischen Begriff für dessen Bezeichnung.

Somit ist auch der englische Begriff “wine” und die französische Bezeichnung “vin” lateinischen Ursprungs. Was eher nüchtern klingt, gilt es nun näher zu beleuchten. Was steckt wohl dahinter und warum wird der Wein immer wieder besungen und beschrieben.

Wo liegt die Faszination des Getränks? Dies lässt sich wohl am besten herausfinden, wenn wir uns ein Glas Wein einschenken und einmal intensiver darüber nachdenken.

 

Wein - Ein Getränk für Genießer

 

Ein guter Tropfen im Glas ist ein Genuss. Daher wird Wein auch nicht einfach getrunken, Wein wird genossen.

Dieser Genuss beginnt bereits beim Anblick der Flüssigkeit im Glas. Bereits hier zeigen sich Vielfalt und Facettenreichtum des Getränkes. Wein ist nicht einfach nur rot oder weiß.

Den Weintrinker erwartet ein Farbenspiel, welches vom hellen Zitronengelb über leuchtende Goldtöne bis hin zum bräunlichen Bernsteingelb beim Weißwein reichen kann. Rotweine bieten vom hellen Rosè bis zum dunklen Kirschrot ebenfalls einen außergewöhnlichen Farbenreichtum. Spätestens wer dann beginnt, an seinem Glas zu riechen, wird einen Vorgeschmack darauf bekommen, welches Geschmacksfeuerwerk sich bald darauf im Mund entfaltet.

Bereits die Römer fassten diese drei Sinneseindrücke unter “chlor-odor-sapor” zusammen und nahmen sich Zeit für ihren Rebensaft.

 

Wein - Vielfalt im Glas

 

Kein Wein schmeckt wie der andere, denn Weintrauben gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten.

Weiterhin sind die Bedingungen für die Reife der Trauben unterschiedlich und jeder Weinbauer hat seine eigenen Geheimnisse, um sein Produkt geschmacklich zu vollenden.

Der Geschmack wird also bestimmt durch die Rebsorte, den Standort der Weinlagen und nicht zuletzt vom Menschen selbst, der beim Ausbau der Reben seine Erfahrung einfließen lässt und mehr und mehr Kunstfertigkeit beweist.

Kommt der Wein schließlich ins Glas, dann kommen die Trinktemperatur und die Atmosphäre, in der der Wein genossen wird noch hinzu und beeinflussen indirekt das Geschmackserlebnis.

Neben den Weinen im eigentlichen Sinne dürfen auch folgende Getränke als Weine bezeichnet werden:

- verstärkte Weine mit einem höheren Alkoholgehalt
(Portwein, Madeira, Sherry)
- Schaumweine
(Sekt, Champagner, Perlwein)
- nicht ausgegorener Wein
(Federweißer, Sturm, Federroter)
-weinhaltige Getränke
(Weinschorle, Sangria, Vermouth)
- weinähnliche Getränke
(Obstwein, Met)

 

Wein lebt!

 

Hier stoßen wir auf eine weiteres Kriterium, welches erklärt, warum wir uns gerade diesem Getränk so verbunden fühlen.

Der Wein durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien und verhält sich dabei fast wie ein Lebewesen. Junger Wein ist frisch, stürmisch und unkompliziert, eben voller Leben, allerdings auch noch irgendwie unfertig, eben unreif.

Reifer Wein ist ausdrucksstark, kräftig und vollmundig, ein charaktervoller Genuss im Glas. Im Alter bringt der Wein seine guten Eigenschaften hervor und zeigt die Weisheit, die ja buchstäblich im Wein liegen soll.

Alte Weine verlieren ihre Frische und zeigen eine vordergründige Härte, die der Fachmann als edelfirn oder firn benennt. Irgendwann dann schmeckt der Wein schal und stumpf und ist am Ende seines Lebensweges angekommen.

Wie hoch ist nun die Lebenserwartung eines Weins? Dies lässt sich nicht verallgemeinern, denn auch hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche Trauben wurden verwendet, wie wurde der Wein gelagert und ausgebaut? All diese Fragen bestimmen den Charakter und die Lebenszeit eines Weins.

 

Dem Wein in die Seele geschaut

 

Wein wurde in allen Kulturen geschätzt. Ihn gibt es seit Menschengedenken.

Die Anfänge des Weinbaus verlieren sich in der Zeit. Kaum ein Mythos hat bis heute überlebt und dies nicht nur in unserem Kulturkreis sondern eigentlich auf der ganzen Welt. Das Geheimnis des Weines ist zeitlos, denn Menschen aller Zeiten haben sich mit ihm beschäftigt.

Was macht den Wein so besonders? Er besteht aus Traubensaft. Dies ist kein Zufall, denn auch aus anderen Früchten lassen sich Weine herstellen. Doch Apfelwein oder Beerenweine erreichen lange nicht den Status des Traubensaftes.

Die Traube macht also den Wein. Keine andere Frucht ist so reich an natürlichem Fruchtzucker. Es bedarf keiner Zusätze, um Wein herstellen zu können. Trauben kommen in vielen Sorten vor und haben den Menschen immer Raum gelassen, zu experimentieren und sich an neuen Kreationen zu versuchen.

Hinzu kommt, dass Trauben recht genügsame Früchte sind und keine übermäßig hohen Ansprüche an den Boden stellen. Es hat also immer Spaß gemacht, Wein anzubauen und ganze Völker und Kulturen sind daran gewachsen. Welches andere Getränk kann dies von sich behaupten?

 

Ein Hoch auf den Wein - Weinfeste in Deutschland

 

Kein Fest ohne Wein und einen Grund zum Feiern gibt es schließlich fast immer.

Eine ganz besondere Ehre wird dem Rebensaft zuteil, wenn man sich zu Weinfesten trifft.

Dann stehen der Wein, die Reben und die Winzer im Mittelpunkt und es herrscht ausgelassene Stimmung. Weinfeste sind mittlerweile nicht nur in den Weinbauorten zu einer schönen Tradition geworden. Viele Weinfeste besitzen eine lange Geschichte. So wird der Dürkheimer Wurstmarkt bereits seit Anfang des 15. Jahrhunderts durchgeführt.

Heute tummeln sich mehr als 600.000 Besucher auf dem weltweit größten Weinfest. In Neustadt an der Weinstraße wird Anfang Oktober zum Deutschen Weinlesefest eingeladen.

Beim zweitgrößten Weinfest der Welt steht der Neustädter Winzerfestzug im Mittelpunkt. Die Weinkönigin Mosella übernimmt das Regiment, wenn am ersten Septemberwochenende das Weinfest der Mittelmosel auf dem Eventkalender steht.

Die fünftägige Veranstaltung wird jährlich von zirka 200.000 Weinliebhabern besucht.
 



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