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Weine aus Österreich - Ein spritziges Vergnügen

Die Ursprünge des Weinbaus in Österreich sind in keltischer Zeit zu suchen.

Eine frühe Blütezeit erfuhr der Weinbau, als Kaiser Probus das Monopol für Weine aus Italien lockerte und die Römer sich vermehrt um den Weinanbau in Österreich kümmerten.

Die Germanen lernten von den Römern und in karolingischer Zeit unter Otto I. ging es mit dem Weinbau steil bergauf.

 

Die Geschichte des Weinbaus im Überblick

 

Seine größte Verbreitung erreichte der Weinbau in Österreich im Mittelalter. Verdienst gebührt hierbei den Klöstern. Wein wurde auch in eher ungünstigen Lagen angebaut.

Das Aufkommen an Reben war damals zwar zehnmal größer als heute, aber die Qualität war mit dem heutigen Wein nicht zu vergleichen. Es wurde lediglich nach Herkunft und Farbe der Trauben unterschieden.

Einen Rückschlag erhielt der österreichische Weinbau durch die Reformationszeit und den Dreißigjährigen Krieg. Der Qualitätsweinbau begann sich im 18. Jahrhundert zu entwickeln.

Vorreiter waren auch hierbei die Klöster. Viele Weinberge wurden durch die Reblaus Anfang des 19. Jahrhunderts komplett zerstört. Zu neuer Blüte gelangte der Weinbau erst in den letzten fünfzig Jahren.

Die Anbaufläche beträgt heute etwa 50.000 Hektar. Etwa 3,5 Millionen Hektoliter umfasst die durchschnittliche Ernte pro Jahr.

 

Der Weinbau in jüngster Zeit

 

Anfang der 1980er Jahre erlitt die Weinwirtschaft Österreichs durch verschiedene Skandale einen Einbruch.

1985 wurde ein neues Weingesetz erlassen, welches mit strengeren Bestimmungen den österreichischen Wein wieder aus der Krise führen konnte. 1999 wurden die Weingesetze nochmals überarbeitet und dem EU-Recht angeglichen.

Während sich in Deutschland die Weinlagen im Westen des Landes konzentrieren, befinden sich Österreichs Weinbaugebiete mit Niederösterreich, dem Burgenland oder der Steiermark im Osten. Im Westen Österreichs sind keine Rebanlagen vorhanden.

Die Österreicher lieben ihren Wein und konsumieren jährlich etwa zehn Liter mehr Rebensaft pro Kopf als deutsche Weintrinker.

 

Heiter, spritzig, vielfältig - Österreich und seine Weine

 

Die Weine Österreichs könnte man mit der Landschaft vergleichen.

Diese ist ebenso heiter und abwechslungsreich. Zum Großteil stammen frische, spritzige Weißweine aus Österreichs Reblagen. Etwa ein Viertel Rotweine werden angebaut, Tendenz steigend. Im warmen und trockenen Klima reifen weiche und runde Weine.

Das Klima in Deutschland ist rauer und die Weine enthalten mehr Säure. Nicht nur das Klima macht den Unterschied zwischen dem deutschen und dem österreichischen Wein. Auch die Rebsorten sind entscheidend.

Der Grüne Veltliner ist eine weiße Rebsorte, die es fast ausschließlich in Österreich gibt. Die jungen Weine werden hauptsächlich in Niederösterreich angebaut. Im sonnigen Burgenland überwiegt der Welschriesling.

Müller-Thurgau ist die häufigste Rebsorte in Deutschland und kommt auch in Österreich in allen Weinlagen vor.

In ganz Österreich bestehen auch beste Bedingungen für den Weißburgunder, der kalkreiche Böden liebt. Bei den Rotweinen ist die Zweigeltrebe führend. Auch der Blaue Portugieser ist anzutreffen.

 

Weine aus Niederösterreich

 

An steilen Terrassen und auf flachen Hügeln reifen die Trauben in Österreichs größtem Weinbaugebiet. Niederösterreich erstreckt sich von der Donau nach Norden bis zur Grenze nach Tschechien und im Süden bis zum Burgenland.

 

Die Wachau

 

Im westlichsten Weinbaugebiet Niederösterreichs wird fast ausschließlich Weißwein erzeugt.

Am Donauufer gedeiht der Rheinriesling, welcher in Österreich ansonsten selten anzutreffen ist. Der Grüne Veltliner ist eine Spezialität aus der Wachau, ein pikanter und würziger Weißwein.

An den Berghängen reift die Muskatellertraube. Mautern ist der älteste Weinbauort der Region. Den Wein der Wachau probieren Sie am besten in den gemütlichen Buschenschenken.

 

Das Weinviertel

 

Zwischen Wien und der Grenze zu Tschechien befindet sich mit dem Weinviertel das größte Weinanbaugebiet in Niederösterreich.

An den sonnenverwöhnten Hängen um Retz, Röschnitz und Pulkau reift der Grüne Veltliner.

Auch für hervorragende Gewürztraminer und blumige Müller-Thurgau Weine ist die Region bekannt. Das Gebiet um Retz besitzt ein besonders mildes Klima und damit auch beste Bedingungen für Rotweine.

Die Blauen Portugieser Trauben werden zu süffigen Weinen ausgebaut. Ein Großteil der Rebflächen des Weinviertels befindet sich um Falkenstein.

Der Falkensteiner Wein war im 19. Jahrhundert eine kleine Berühmtheit und wurde an die Fürstenhöfe Europas geliefert.

 

Die Thermenregion

 

Im Süden Wiens liegen zwei kleinere Weinbaugebiete, die im Jahre 1985 zur sogenannten Thermenregion zusammengefasst wurden.

An den Hängen des Wienerwaldes reift der Gumpoldskirchner Weißwein.

Neben den für die Region typischen Weinsorten hat die Thermenregion auch eine Besonderheit zu bieten. Spezialitäten sind Zierfandler und Rotgipfler. Der milde Neuburger Wein ist ein Aushängeschild der Kurstadt Baden.

Rotwein wird um die Kurstadt Bad Vöslau erzeugt. Das Ergebnis sind milde Portugieser, herbe Blaufränkische und die geschmacksintensiven Rotweine aus der Saint-Laurent-Rebe. In Vöslau schlug einst die Geburtsstunde des Schaumweins in Österreich.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Robert Schlumberger die erste Schaumweinfabrik Österreichs gegründet.

 

Weingarten Burgenland

 

Um den Neusiedler See herrscht beinahe mediterranes Klima. Heiße Sommer versprechen bis in den September hinein Temperaturen von mehr als 20 Grad und zahlreiche Sonnentage.

Im zweitgrößten Weinbaugebiet Österreichs reifen milde Weine. Auf Grund der milden Temperaturen werden mehr Rotweine als im übrigen Land angebaut. Zweigelt und Blaufränkisch dominieren den Markt.

Bei den Weißweinen wird auf Rheinriesling, Grünen Veltliner und Welschriesling gesetzt. Um den Neusiedler See finden sich zahlreiche Weinorte. Darunter das alte Städtchen Rust und der Nachbarort Oggau.

Oggauer Weine schafften es übrigens bei der Weltausstellung in Paris im Jahre 1932 aufs Treppchen und wurden mit einer Goldmedaille belohnt. Am Ostufer des Neusiedler Sees befindet sich Gols, einer der bekanntesten österreichischen Weinbauorte. Um Lutzmannsburg am Fuße der Ostalpen überwiegen Rotweine.

 

Steiermark Weinland für Enthusiasten

 

Der Weinbau in der Steiermark ist vor einige Hürden gestellt.

Das steile, karge Land zu bewirtschaften ist eine Herausforderung, der sich viele Winzer gestellt haben.

Das Ergebnis ist eine sehr vielfältige Weinpalette. Auch hier überwiegen Weißweine wie Müller-Thurgau, Weißburgunder oder Welschriesling. Der Weinbau in der Steiermark ist eng mit dem Klapotetz verbunden.

Diese klappernden Windräder werden in den Weinbergen aufgestellt, um die Vögel von den Trauben fernzuhalten. Die Südsteiermark ist das größte Weinbaugebiet der Region. Die Rebhänge reichen bis an die slowenische Grenze heran.

Ein wahrer Geheimtipp ist der Weinbau in der Weststeiermark. Hier wird der Schilcher erzeugt. Diese Roséweine stammen aus der Wildbacherrebe.

Mit früh-, mittel- und spätblau gibt es den Wein in drei Varianten, die es kennen zu lernen lohnt. Dies können Sie ganz entspannt entlang der Schilcherstraße zwischen Ligist und Eigiswald tun.
 



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