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Weine aus der Schweiz - Qualität ohne Kompromiss

 

Es kostet die Schweizer Weinbauern viel Mühe, die steilen Weinbergslagen zu bewirtschaften.

Die Schweizer sind begeisterte Weintrinker und haben einen etwa doppelt so hohen Prokopfverbrauch wie deutsche Weinliebhaber. Erzeugt werden Weine von bester Qualität, die allerdings auch ihren Preis haben.

Den Weinbau in der Schweiz haben die Römer begründet, als sie etwa um die Zeitenwende um Basel und Windisch die ersten Reben anpflanzten. Im 6. Jahrhundert befassten sich die Mönche des Klosters St. Maurice bei Aigle intensiv mit dem Weinbau.

Am Bodensee und im Rheintal entstanden im 8. Jahrhundert erste Weinlagen. Im Mittelalter erfuhr der Weinbau in der Schweiz seine größte Ausdehnung. Im 19. Jahrhundert schmälerten Mehltau und Reblaus die Bestände.

Heute konzentriert sich der Weinbau in der Schweiz vor allem in den Flusstälern von Rhein, Rhône und Po.

Auch entlang der vielen Seen reifen die Trauben auf steilen Terrassen. Etwa die Hälfte der 15.056 Hektar großen Rebflächen werden von roten Trauben eingenommen. Etwa 33.000 Produzenten befassen sich in der Schweiz mit dem Weinbau.

Knapp 80% der Weinberge befinden sich dabei auf dem Gebiet der französischsprachigen Westschweiz.

 

Goldgrube Westschweiz

 

Stellen die französischsprachigen Schweizer auch im Land eine Minderheit dar, im Weinbau macht ihnen keiner etwas vor.

Dabei zeigt sich das Weinland Westschweiz äußerst vielgestaltig. Weinbau wird quasi überall betrieben, wo das Klima es möglich macht. Überwiegend werden hier Weißweine erzeugt.

Dabei dominiert der Gutedel. Ein Spitzenwein und ein beliebtes Exportgut ist der Fendant.

 

Wallis - Hier ist der Fendant Zuhause

 

Beinahe 40% aller in der Schweiz erzeugten Weine stammen aus dem Wallis. Das größte Weinbaugebiet der Schweiz umfasst knapp 5.500 Hektar Rebfläche. Die Reben gedeihen im Rhônetal, am Ufer des Genfer Sees und im Oberwallis finden sich Weingärten bis in 1.100 Meter Höhe.

Diese Reblagen zählen zu den höchsten Weinbergen in Europa. Weinliebhaber schätzen den Fendant, einen trockenen und weichen Weißwein, der jung getrunken werden sollte und aus Chasselas- oder Gutedelreben erzeugt wird.

Allein im Wallis wird auch der Johannisberg produziert. Dieser weiche Weißwein stammt aus der Silvanerrebe und sollte ebenfalls nicht länger als drei Jahre reifen, um seinen Charakter zu behalten.

Der bekannteste Rotwein der Region ist der Dôle. Dabei handelt es sich um einen Verschnitt aus Pinot Noir und Gamay.

Der samtige Rotwein ist erst drei Jahre nach der Ernte trinkreif. Nur zu besonderen Anlässen kommt im Wallis der Haida auf den Tisch. Der Heidenwein wird aus der Weißen Traminer Traube gewonnen, die bis in Höhen von 1.100 Metern gedeiht.

Der Wein ist trocken und leicht. Wer es süßer mag, greift auf Dessertweine der Sorten Petite Arvine, Humagne Blanche und Amigne zurück. Eine wahre Rarität ist der Gletscherwein aus dem Eifischtal. Der Verschnitt aus Fendant, Arvine, Ermitage und Malvoisie reift Jahrzehnte in Lärchenholzfässern.

 

Waadt - Die Spitze der Genüsse

 

Der Kanton Waadt ist die Heimat einiger erstklassiger Weißweine.

Das zweitgrößte Schweizer Weinbaugebiet umfasst knapp 4.000 Hektar Rebfläche. Die Weinberge sind am Nordufer des Genfer Sees, im Rhônetal oder am Murtensee zu finden.

Es werden beinahe ausschließlich weiße Chasselasweine produziert. Geschmacklich ergeben sich jedoch beachtliche Unterschiede, entsprechend der einzelnen Weinbaugebiete. Die am Genfer See angebauten Weine sind fein und fruchtig im Geschmack.

Bereits Napoleon III. war angetan von den fruchtigen Chasselas des Rhônetals. Spitzige und lebhafte Weine sind das Ergebnis des Weinbaus am Murtensee.

 

Genf - Klein aber fein

 

Von der Sonne verwöhnt werden die Weinhänge am Westufer des Genfer Sees.

Einst wurden hier nur Rotweine erzeugt. Heute machen Chasselas- und Gutedeltrauben mehr als ein Drittel der Rebflächen aus.

Die spitzigen Weißweine der Region werden, auf Grund ihrer Neigung zum Perlen auch “Perlan” genannt.

 

Ostschweiz - Die Heimat des Rotweins

 

In der Ostschweiz haben die Rotweine ihren Ursprung.

Etwa 2.500 Hektar werden bewirtschaftet. Damit ist die Rebfläche kleiner als im deutschen Rheingau.

Die Rebflächen verteilen sich auf sieben Kantone. Früher war der Weinbau hier weit verbreitet, heute setzt man auf Qualität und konzentiert sich auf klimatisch begünstigte Lagen.

 

Zürich - Das Weinland

 

Die Gegend um Winterthur und Schaffhausen wird als “Weinland” bezeichnet.

Führend ist der Blauburgunder, wie die Pinot Noir Trauben in der Ostschweiz genannt werden.

Um Zürich reifen kräftige Rotweine. Sylvaner ist auf den Vormarsch und nimmt bereits mehr als ein Viertel der Rebfläche ein.

Einen köstlichen aber raren Genuss versprechen Gewürztraminer, Tokayer und Räuschling, eine alte Weißweinsorte.

 

Graubünden - Herrschaftlicher Rebensaft

 

In der sogenannten Bündner Herrschaft wachsen die Trauben auf Schutthalden und Geröll der Wildbäche.

Im Rheintal sorgt der Föhn für gehaltvolle Blauburgunder. Die Rotweine machen drei Viertel der Weinproduktion in Graubünden aus.

Im oberen Rheintal produziert man häufig auch Roséwein. Um Chur wird aus roten und weißen Trauben Schillerwein gekeltert.

 

Klein aber fein - Weinbau auf kleinstem Raum

 

Nicht nur auf ausgedehnten Lagen wird in der Schweiz Weinbau betrieben.

Auch auf wenigen Quadratmetern Fläche sind die Weinbauern bemüht, Großes zu vollbringen.

Die größte dieser sogenannten Rebinselchen befindet sich im Baseler Land.

Hier reift hauptsächlich Blauburgunder, gefolgt von Sylvaner und Gutedel. Auf weniger als zehn Hektar Fläche wird dem Weinbau bei Dornach im Kanton Solothurn, im Kanton Schwyz am Zürichsee oder bei Thal im Kanton Appelzell gefröhnt.

 

Südschweiz - Von der Sonne gereift

 

In der Südschweiz hat der Wein ein leichtes Spiel, denn im Tessin erhält man einen Vorgeschmack auf den Süden und erfreut sich an zahlreichen Sonnenstunden.

Hauptsächlich wird in der Südschweiz Rotwein erzeugt. Nachdem die Reblaus Anfang des 20. Jahrhunderts im Tessin gewütet hatte, wurde damit begonnen, aus dem Bordelais stammende Merlotreben anzupflanzen.

Dies war von Erfolg gekrönt und Merlot ist heute die wichtigste Rebsorte der Südschweiz. Die gehaltvollen, samtigen Rotweine besitzen einen mittleren Alkoholgehalt und sind auch über die Landesgrenzen hinaus sehr gefragt.

Trotz scheinbar optimaler klimatischer Bedingungen ist der Weinbau im Tessin eine Herausforderung, denn starke Regenfälle machen den Terrassenanbau der Reben oft unmöglich und zu steile und unwirtliche Reblagen wurden in den letzten Jahren aufgegeben.

Die Reblagen in der Südschweiz sind weit verstreut und befinden sich südlich von Monte Ceneri, südlich des Luganer Sees und oberhalb des Luganer Sees.
 



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