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Vom Weinfreund zum Weinexperten - Sommelier werden leicht gemacht

 

Ihr Lieblingsthema ist der Wein? Nur leider meinen Sie immer wieder, einfach zu wenig darüber zu wissen?

Dies könnte in der Tat der Fall sein, denn bei etwa 10.000 unterschiedlichen Rebsorten weltweit, wer soll da schon den Überblick behalten? Zunächst einmal Entwarnung, denn es wird nur aus etwa 2.500 Rebsorten Wein hergestellt.

Trotzdem gilt es noch, eine Menge zu lernen, um wirklich mitreden zu können.

Sommeliers wissen, wovon hier die Rede ist, denn ihr Geschäft ist der Wein. Die Weinexperten sind in gehobenen Restaurants ebenso anzutreffen wie im Weinhandel. In den Restaurants bekommen die Gäste passende Weine zu ihren Gerichten vorgeschlagen.

Doch dies ist nicht die einzige Aufgabe des Weinexperten. Ein Sommelier kümmert sich in der Gastronomie auch um die Bestellungen und bringt Abwechslung auf die Weinkarten. Der Weinkeller ist sein Domizil, hier kennt er sich bestens aus und entscheidet, wie lange ein Wein gelagert wird und wann er in die Gläser darf.

In gehobenen Restaurants mit einem entsprechend gut bestückten Weinkeller könnte man den Sommelier beinahe als Schatzmeister bezeichnen, denn viele Weine können hier einen hohen Wert haben.

Auf den ersten Blick scheint Sommelier eine Erfindung der als Weinkenner bekannten Franzosen zu sein. Ursprünglich stammt die Bezeichnung jedoch aus dem Griechischen, genauer von der altgriechischen Entsprechung für 'Packsattel'.

Im Französischen wurde 'packen' zu 'somme'. Als Sommelier wurden im Mittelalter die Führer der Saumtiere bezeichnet. In Verbindung mit Wein tauchte die Bezeichnung erst viel später, nämlich im 17. jahrhundert auf. So bezeichnet wurden Hausangestellte, die mit dem Weinkauf betraut waren.

Anfang des 19. Jahrhunderts war der Begriff dann dort angekommen, wo wir ihn bis heute finden, in der Gastronomie. Sommelier wird übrigens nicht nur in Verbindung mit Wein gebraucht. Auch Whisky-, Käse-, Bier- oder Wasser Sommeliers verstehen ihr Handwerk.

 

 

Welche Vorraussetzungen sollte ein zukünftiger Sommelier mitbringen?

 

Die Frage scheint einfach, nämlich das Interesse am Wein und einen guten Geschmackssinn. Doch Sommeliers sind viel mehr als das, sie sind ein bisschen Genießer, besitzen eine gehörige Portion Organisationstalent, stehen mit Zahlen und Kalkulationen nicht auf Kriegsfuß und wissen auf Menschen zuzugehen, sie zu beraten und zu begeistern von den Reben und ihrer faszinierenden Kultur.

Wer nun damit liebäugelt, den Beruf eines Sommeliers zu ergreifen, wird die Fülle an Aufgaben vor Augen haben und sich dieser Herausforderung stellen.
Hier nochmals einige Punkte kurz zusammengefasst, die ein künftiger Sommelier als Vorraussetzungen mitbringen sollte:
 

- Organisationstalent
- kundenorientiertes Handeln
- Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis
- Führungstalent
- offen und aufgeschlossen
- kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Talent
- Kommunikationsfähigkeit
 

 

 

Es wartet also ein anspruchsvoller Beruf auf Sie. Neben der Beratung des Kunden zählen auch die Sortimentsplanung und -pflege, Qualitätskontrolle, Preiskalkulation, Mitarbeiterschulung und Weinproben zu den Aufgaben des Berufsbildes.

 

Wie läuft die Ausbildung zum Sommelier ab?

 

Beim Sommelier handelt es sich nicht um einen geschützten Titel. Dies macht es Servicekräften in der Gastronomie leicht, sich durch eine entsprechende Qualifikation das notwendige Handwerkszeug anzueignen und als Sommelier aufzutreten.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sein Ziel zu erreichen. Für bereits in der Gastronomie oder auch im Handel Tätige ist die Deutsche Wein- und Sommelierschule eine gute Adresse. Hier besteht die Möglichkeit, sich zum "IHK-geprüften Sommelier" ausbilden zu lassen.

Dies kann berufsbegleitend geschehen. Eine weitere Option ist ein Vollzeitlehrgang an der Hochschule Heidelberg. Der Lehrgang kann unter Umständen durch BAföG finanziert werden.

 

 

Mit Kompetenz zum Ziel - Deutsche Wein- und Sommelierschule

 

Die Deutsche Wein- und Sommelierschule bringt 20 Jahre Erfahrung mit und gilt als kompetent und seriös. Das Unternehmen besitzt Außenstellen in Berlin, München, Hamburg und Koblenz und ebnet jährlich etwa 150 angehenden Sommeliers den Weg zur IHK-Prüfung in Koblenz. Der Unterricht wird von namhaften Dozenten durchgeführt und durch Exkursionen und Weinreisen aufgelockert.

In abendlichen Workshops kann das Wissen vertieft werden. Die Lernunterlagen sind auf dem USB-Stick immer dabei und natürlich fehlt auch die spannende Weinverkostung nicht im Ausbildungsprogramm. Die Teilnehmer des Lehrgangs können auf eine Online-Plattform zugreifen und sich dort austauschen und ihr Wissen teilen.

 

Ein Blick in die Studieninhalte verdeutlicht nochmals die ganze Bandbreite der Ausbildung:

- Weinkunde
Weinbau, Kellertechnik, Weinrecht

- Allgemeine Getränkekunde
Biere und Spirituosen, Aufgussgetränke, Liköre

- BWL - Grundlagenwissen
Planung, Einkauf, Marketing, Kalkulation

- Weinverkauf
Weinbeschreibung, Wein und Gesundheit, Kombination von Wein und Speisen

 

Welche Vorrausetzungen muss der Lehrgangsteilnehmer mitbringen?

 

Um zur IHK-Prüfung zugelassen zu werden, werden einige Zugangsvorraussetzungen verlangt. Dazu zählen:

- Abgeschlossene Ausbildung als Restaurantfachmann/-frau, Koch/köchin oder Hotelfachmann/frau
- mindestens zwei Jahre Erfahrung in einem der genannten Berufe

Alternativ hierzu ist es auch möglich, zur Prüfung zugelassen zu werden, wenn diese Vorrausetzungen fehlen, es dem Interessenten aber möglich ist, sein Wissen im Fachgebiet glaubhaft darzustellen und durch Zeugnisse o.ä. zu belegen.

 

Wo kann man sich noch zum Sommelier ausbilden lassen?

 

Es gibt in Deutschland noch einige weitere Einrichtungen, die den Berufswunsch Sommelier wahr machen. Ein internationales "IWI-geprüfter Commis Sommelier"-Zertifikat winkt nach einem Lehrgang beim International Wine Institute. Als unabhängige Anbieter von Kursen im Sommelier-Bereich gelten auch die Berliner Weinakademie und die UIW Weinakademie in München. Weinwissen vermittelt auch die Hochschule Geisenheim. Hier können Sie sich zum Beispiel Wissen über den Weinbau oder die internatonale Weinwirtschaft aneignen. Um auch in Sachen BWL als Sommelier zu bestehen, bietet sich ein Studium der Weinbetriebswirtschaft an, welches von der FH Heilbronn angeboten wird.

 

Sommelier und jetzt? - Die Karriere im Blick

 

Möchte ein Sommelier die Karriereleiter nach oben klettern, dann kann er es zum Demichef Sommelier bringen oder zum Chef de Vin aufsteigen. Besonders ehrgeizige Sommeliers können sich der anspruchsvollen Prüfung zum "Master Sommelier" stellen.

 

Die Verdienstmöglichkeiten sind zunächst dem allgemeinen Servicepersonal angepasst und liegen bei etwa 1.500 Euro Bruttogehalt. Mit den Jahren wachsen die Erfahrung und auch das Einkommen. Erfahrene und versierte Sommeliers verdienen etwa 2.800 Euro Brutto. Da dürfte der eine oder andere Rebensaft nach Feierabend wohl auf der Speisekarte stehen.
 



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