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Weine der Welt - Südamerika mit Chile

 

Der Weinbau in Südamerika ist, gemessen an der Fläche, eher bescheiden und besitzt eigentlich nur in Chile, Argentinien und Brasilien Rang und Namen. Eine bescheidene Weinproduktion können auch Kolumbien, Venezuela, Peru oder Bolivien vorweisen.

Die Anfänge des Weinbaus in Südamerika wurden von den spanischen und portugiesischen Eroberern gemacht. Die Italiener brachten ihr Wissen im ausgehenden 19. Jahrhundert ein und verliehen dem Weinbau in Brasilien mit der aus Argentinien eingeführten Criolla Rebe neue Impulse.

In Peru wurde vor etwa 20 Jahren mit der Produktion von Rot- und Weißweinen begonnen. Der Weinbau in Südamerika ist ein ehrgeiziges, aber kein leichtes Unterfangen. Häufige Niederschläge und eine hohe Luftfeuchtigkeit schmälern immer wieder die Erträge.

 

Südamerikas Weine erobern die Welt

 

Jahrhunderte lang waren die Weine Südamerikas ausschließlich für den Eigenverbrauch bestimmt.

Seit etwa 30 Jahren erobern die Südamerikaner schrittweise den Weltmarkt und dort sorgen nicht nur die günstigen Preise des Rebensaftes für Aufsehen. Besonders in den Anden sind die klimatischen Vorraussetzungen für den Weinbau gegeben.

Anfänglich wurde der Weinbau allein zu dem Zweck betrieben, Messwein zu gewinnen. Heute ist Südamerika nach uns Europäern weltweit führend im Weinexport.

Dabei werden bekannte Rebsorten ebenso kultiviert, wie so mancher Geheimtipp. Carménère ist eine alte Rebsorte, die in den1990er Jahren in Chile ihre Renaissance erlebte. In Europa tut man sich mit der Malbec-Traube schwer. In Argentinien ist die schädlingsanfällige Traube dagegen ein Exportschlager.

 

Hoch hinaus

 

International in den Fokus gerät der Weinbau in Südamerika nicht zuletzt durch die Tatsache, dass ein Großteil der Trauben in Höhenlagen von mehr als 1.000 Metern reifen. Die Europäer haben dies ebenfalls bereits versucht, zum Beispiel im milden Aosta-Tal.

Doch die Reifegrenze für deutsche Trauben liegt mit 500 Metern weit darunter. Besonders in der argentinischen Region Mendoza werden Trauben sogar bis auf 2.000 Metern Höhe angebaut.

Sonnige Tage und kühle Nächte sind das Geheimnis dieser Trauben. Positiv auf die Säurebildung wirkt sich die Bewässerung der Weinberge mit Schmelzwasser aus den Anden aus.

 

Gehaltvolle Tropfen

 

Weine aus Südamerika sind besonders geschmacksintensiv und besitzen einen höheren Alkoholgehalt als es die gleichen Jahrgänge in Deutschland tun.

Für den höheren Zuckergehalt der Trauben ist die Sonne verantwortlich, die hier weit intensiver scheint, als in unseren Breiten. Ein Alkoholgehalt von 14% ist bei Weinen aus Südamerika keine Seltenheit.

Das hier besonders gehaltvolle Weine entstehen, lässt sich auch damit begründen, dass die Weinlese relativ spät einsetzt und die Trauben oft erst gelesen werden, wenn sie bereits überreif sind.


 

Chile - Der Star unter den Weinländern Südamerikas

 

Weine aus Südamerika bringt man zwangsläufig mit Chile in Verbindung. Besonders die Rotweine machen von sich reden und werden in die ganze Welt exportiert. Die Chilenen sind echte Weinliebhaber und konsumieren etwa 15 Liter pro Kopf jährlich.

Die Rebfläche ist sogar etwas größer als in Deutschland, allerdings wird in Chile wesentlich weniger Wein erzeugt. Die Anfänge des Weinbaus in Chile liegen im 16. Jahrhundert. Doch die heutigen Weine gehen auf Aussiedler aus Deutschland und Frankreich zurück, welche im 19. Jahrhundert ihre Rebstöcke einführten.

So tauchen bei den chilenischen Rotweinen mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir viele bekannte Namen auf. Nicht anders verhält es sich bei Riesling, Muskat oder Sauvignon Blanc mit den weißen Trauben.

 

Chiles Weinanbaugebiete

 

Die Chilenischen Weinbaugebiete unterteilen sich in drei maßgebliche Zonen: den Norden, die Mitte und den Süden. Die nördliche Zone reicht von der Atacamawüste bis zum Rio Choapa. Regen fällt hier kaum und die Sonne strahlt.

Hier liegen die wärmsten Anbauflächen Chiles. Angebaut werden vorwiegend Muskattrauben, die zu Portwein, Madeira oder Sherry verarbeitet werden.

Eine beliebte Spezialität der Chilenen ist der Pisco. Der Weinbrand besteht aus Muskattrauben, reift in alten Eichenfässern aus und ist besonders aromatisch. Im Zentralgebiet, nördlich und südlich der Hauptstadt Santiago, wird das Klima durch kühle Hochgebirgswinde und den kalten Humboldtstrom günstig beeinflusst. Hier werden etwa die Hälfte aller Weine des Landes erzeugt.

Die Weiß- und Rotweine sind von bester Qualität und es überwiegen Bordeaux-Weine. Für Rotweine sind die Rebsorten Merlot, Mal und PV führend. Aus Sém, Chardonnay und SB werden Weißweine hergestellt.

Für ihre Qualität weithin bekannt sind die Reben aus dem Maipótal. Die südliche Zone zwischen dem Rio Maule und dem Rio Bio-Bio kennzeichnen Rebhänge in küstenahen Trockenzonen.

 

Dem Wein auf der Spur

 

Eine Weinreise nach Chile lohnt in jedem Falle, denn es gibt lebendige Metropolen, abwechslungsreiche Landschaftsräume und nicht zuletzt herrliche Weine zu entdecken.

Eine Weinreise nach Chile beginnt und endet in der Metropole Santiago. Hier gehen Modernes und Geschichtsträchtiges Hand in Hand. Viele Spuren der Kolonialzeit sind erhalten geblieben und damals begann ja bekanntlich auch der Weinbau in Chile.

Bevor das erste Glas Wein probiert wird, verdienen der Präsidentenpalast, die Kathedrale und das Nationalmuseum Beachtung.

Nur einen Steinwurf von der Hauptstadt entfernt sind die Weingüter im berühmten Maipo-Tal.

Die Weinhänge zu Füßen der Anden werden im Weingut Haras del Pirque erst seit den 1990er Jahren bewirtschaftet. Einhundert Jahre früher entdeckten die Besitzer ihre Leidenschaft für Pferde.

Der älteste Zuchtbetrieb für Rassepferde in Chile ist also in zweierlei Hinsicht interessant zu besichtigen. Wie intensiv sich die Chilenen mit der Weinherstellung befassen, wird beim Besuch des Weinmuseums im kleinen Weinbaubetrieb Paseo del Vino deutlich.

Im Cachapoal-Tal ist mit Anakena ein modernes Weingut ansässig. Hier verschreibt man sich seit etwa 15 Jahren dem Qualitätsweinbau.

Das Ergebnis sind traditionelle Sorten wie Syrah, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir oder Merlot. Mit dem Valle de Colchagnua besuchen Reisende eine der beliebtesten Weinregionen Chiles.

Hier finden Weinreisende viele kleine Familienbetriebe, die den Weinbau seit Generationen mit Liebe und Hingabe betreiben. Viele Weingüter öffnen ihre Türen für Besichtigungen und Verkostungen.

Erinnerungen an die Kolonialzeit werden beim Besuch des Weingutes Viu Manent wach.

Hier werden Reisende nicht nur die Weine verkosen können, sondern auch zwei Restaurants verwöhnen auf dem Areal mit regionaler und französischer Küche. Romantiker unternehmen eine Kutschfahrt durch die Weinberge.

Der Weinbau in Chile hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Wie man mit moderner Technik beste Weine herstellt, wird im Weingut Vina Montes deutlich. Hier entstehen ausschließlich Exportweine.

Eine wahre Gaumenfreude ist der Montes Alpha, der wohl beste Rotwein Chiles.
 



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