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Dão – eines der ältesten Weinbaugebiete Portugals

 

Das Weinbaugebiet Dão gehört zur bergreichen Region von Beira, die sich quer durch das Land erstreckt. Dão befindet sich nördlich des höchsten Gebirges Portugals, der Serra da Estrela. Mit rund 20.000 Hektar Anbaufläche ist das Gebiet nicht nur eines der ältesten Winzerregionen, sondern auch eine der Größten. Benannt wurde das Gebiet nach dem Fluss Dão, welcher die Region durchzieht.

In dem Gebiet wurde Wein schon im Mittelalter angebaut und im Jahr 1908 wurde Dão dann zur DOC erklärt. In den vierziger Jahren hatte das Gebiet zunehmend unter staatlichen Einflüssen zu leiden, da Genossenschaften eingerichtet wurden, die das alleinige Recht besaßen, Trauben zu kaufen. Als Folge wurden die Weine aus Dão immer einheitlicher und durch Defizite in der Hygiene, hatte das Gebiet auch mit sinkender Qualität zu kämpfen.

Diese Genossenschaftskellereien wurden dann im Jahr 1989 wieder abgeschafft, und auch wenn Dão noch einige Zeit unter dem Imageverlust zu kämpfen hatte, befindet sich die Region nun wieder in einem deutlichen Aufschwung und einige der besten Weine des Landes stammen aus diesem Gebiet.

Eine der Besonderheiten des Gebiets ist, dass es von etwa 100.000 Winzern bewirtschaftet wird und somit relativ zersplittert ist. Das bedeutet, dass sich das Weinbaugebiet in viele, zum Teil sehr kleine Parzellen aufteilt, die dann von den einzelnen Winzern bewirtschaftet werden. Aufgrund der Gefälle sind diese Parzellen wiederum in Terrassen aufgeteilt.

 

Das Klima und die Böden

 

Durch das Gebirge sind die Weingärten weitgehend von atlantischen Einflüssen geschützt und das Klima ist somit kontinental und mediterran beeinflusst. Die Sommer sind in diesem Gebiet sehr heiß und es fällt wenig Regen. In den Wintern fällt dafür sehr viel Regen. Der Herbst, als Übergang vom Sommer zum Winter, ist in Dão relativ lang und kühl. Das schafft optimale Voraussetzungen für das Gedeihen der Reben.

Der größte Teil des Gebiets ist durch Granitböden geprägt, was sich vor allem zum Anbau von kräftigen Rotweinen eignet. Dieser gehaltvolle Charakter der Weine kommt dabei jedoch erst nach einer längeren Lagerung vollkommen zur Geltung. In der Regel werden die Weine für mindestens vier Jahre gelagert, wobei auch eine weitaus längere Lagerung, die Qualität der Weine sehr verbessern kann.

Weißwein wird in Dão lediglich im Osten angebaut, da die Böden hier schieferhaltiger sind. Auf den eher kargen Böden können nur geringe Erträge an Wein erwirtschaftet werden, was der Qualität der Weine jedoch sehr zugute kommt. Die Weißweine aus Dão sind in ihrem Geschmack sehr intensiv und körperreich.

 

Die Reben

 

Zum größten Teil wird das Gebiet von Dão genutzt, um rote Trauben anzupflanzen. Bei den roten Rebsorten sind es vor allem die Alfrocheiro Preto, die Aragonez, die Jean, die Rufete und die Touriga Nacional Reben, die die besten Weine hervorbringen, auch wenn andere Rebsorten in diesem Gebiet ebenfalls zugelassen sind.

Bei den Weißweinen werden in Dão vor allem Arinto do Dao, Bical oder Cerceal angebaut. Weitere Rebsorten, die für Weißweine verwendet werden, sind Encruzado oder Verdelho.

 

Unsere Winzerempfehlung für Dão:

 

Weingut Niepoort

Das Weingut wurde im Jahr 1842 gegründet und wird heute äußerst erfolgreich von dem Geschwisterpaar Niepoort geführt. Zu Beginn war das Weingut vor allem für die Produktion von ausgezeichneten Portweinen bekannt, doch mittlerweile werden hier auch exzellente Weiß-, Rosé- und Rotweine hergestellt.

Das Geheimnis des Inhabers ist die Kombination von Tradition mit der Moderne. Die Weine des Gutes sind von so hoher Qualität, wie sie nur wenige Winzer in der Dão Region produzieren können. Auszeichnungen wie die „Kellerei des Jahres 2013“ vom Wine & Spirit Magazin oder die „Rotwein des Jahres 2013“ von Weinwirtschaft sind nur einige der Preise, die das Weingut schon für sich verbuchen konnte.

 

Die Küche in Dão

 

In Dão gibt es viele kleine und traditionsreiche Restaurants, in denen man hervorragend essen kann. Eine der Spezialitäten, die man in Dão unbedingt probieren sollte, ist Bacalhau. Der Bacalhau ist ein Stockfisch, der zwar aus Kanada und Norwegen importiert wird, aber in Dão auf ganz besondere Weise zubereitet wird. Die Zubereitungsweisen können hierbei zwar sehr unterschiedlich sein, das Fischgericht ist jedoch immer ein Gedicht.

Zu jedem Menü wird in der Region auch immer frisches Brot gereicht, welches entweder hausgemacht ist oder vom nahe gelegenen Bäcker stammt. Wenn man nur auf der Suche nach einem Snack ist, dann ist das Brot zusammen mit dem Queijo de Serra, einem typischen Käse der Region, eine wundervolle Alternative für den kleinen Hunger.

Der Käse und das Brot werden auch oft bei Weinverkostungen serviert, es lohnt sich also, vor so einer Verkostung nicht allzu viel zu essen.

 

Die Sehenswürdigkeiten in Dão

 

Viseu

 

Der Ort Viseu liegt im Herzen von Dão in einer wundervollen Landschaft voller Weinberge und Pinienwälder. Das Städtchen ist vor allem ein kulinarischer Genuss, mit edlen Weinen und traditionellen Köstlichkeiten werden die Besucher hier verwöhnt und können die Gourmethighlights der Region perfekt kennenlernen.

Die Stadt ist darüber hinaus auch voller Leben, es finden oftmals Volksfeste statt, bei denen man das Temperament Portugals hautnah spüren kann. Neben historischen Gebäuden, wie der Kathedrale von Viseu, gibt es hier auch, je nach Jahreszeit, eine einzigartige Blumenwelt zu beobachten.

 

Serra do Caramula

Für Wanderfreunde ist die Serra do Caramula ein echter Geheimtipp. Bei der westlichen Grenze des Weingebiets gelegen, geht es auf 1075 Meter hoch und vom höchsten Punkt des Gebirges, dem Caramulinho, kann man eine spektakuläre Aussicht genießen. Auch der Anstieg an sich ist eine Wonne, denn auf dem Weg liegen viele kleine Dörfer, in denen man den berühmten goldfarbenen Honig des Gebiets probieren kann.

 

Sernancelhe

Sernancelhe ist ein kleiner Ort, der auf einem Hügel liegt. Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die Nossa Senhora da Lapa, die weltweit eine angesehene Pilgerstätte ist. Das Heiligtum stammt aus dem 17. Jahrhundert und dreimal jährlich werden hier Messen und Prozessionen zu Ehren der Schutzheiligen abgehalten.

Darüber hinaus befinden sich in Sernancelhe auch beeindruckende kleine Paläste und Herrenhäuser, die in ihrer Architektur und Baukunst einzigartig sind.

Die Region von Dão ist sehr historisch geprägt und Schiefer ist hier nicht nur im Boden zu finden, sondern auch in den traditionellen Schieferhäusern, wie sie rund in dem Gebiet errichtet wurden. Für kulturell Interessierte, Weinliebhaber und Gourmets ist die Region von Dão ein ideales Reiseziel in Portugal.
 



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