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Weinwissen: Der Anbau

 

Der Anbau von Wein wird je nach Region als Weinbau, Weinanbau oder auch als Rebbau bezeichnet.

Unter allen Begriffen versteht man dasselbe, und zwar die Kultivierung von Reben, zur Gewinnung von Trauben, aus denen dann letztendlich Wein hergestellt werden soll.

 

Was sind Reben?

 

Unter Reben versteht man Weintrauben, die systematisch angebaut werden. Die Reben werden hierbei als edle oder auch als echte Weinrebe bezeichnet.

Die Weinreben werden zu mehreren Zwecken angebaut, z. B. um dann entweder als Tafeltrauben oder auch als Rosinen weiterverkauft zu werden.

Natürlich dienen die Weinreben auch als Grundlage für die unterschiedlichsten Weine. Es gibt mehr als sechzig verschiedene Sorten, die im Weinbau auch als Rebsorten bezeichnet werden.

 

Die Geschichte des Weinbaus

 

Der Weinbau und somit auch der Wein selbst haben eine sehr lange Geschichte. Als Entstehungszentren der Weinrebe gelten heute die Gebiete südlich des Kaspischen Meeres und des Zwischenstromlandes, bis hin zum Persischen Golf. Bereits 5000 Jahre vor Christus sollen hier Weinreben durch Menschenhand angebaut worden sein.

Von diesen Plätzen breitete sich der Weinbau über den gesamten Nahen Osten aus und etwa 1700 v. Chr. wurden Trauben auch auf Kreta angebaut. Durch griechische Kolonisten wurden die ersten Weinreben dann auch nach Gallien gebracht.

 

Was die Reben mögen

 

Weinreben können in verschiedenen klimatischen Bedingungen gedeihen.

Von sehr heißem Klima, wie sie beispielsweise in Südkalifornien vorherrscht, bis hin zu kühleren Anbaugebieten wie England oder Luxemburg.

Hierbei kommt es jedoch auch immer auf die jeweiligen Rebsorten an. Während einige Sorten vor allem in heißem Klima gut gedeihen, mögen andere lieber feuchtes und kühles Wetter.

Neben dem Klima spielt auch der Boden eine entscheidende Rolle. Der Boden ist dann auch mit ausschlaggebend für den Geschmack des fertigen Weins. Auch hier sind die Reben wieder anspruchsvoll und mit den einzelnen Rebsorten variiert auch der Boden, auf dem sie am Besten gedeihen.

In der Regel sollte der Boden durchlässig, leicht und gut zu entwässern sein. Ebenso muss der Boden reich an Mineralien sein und über organische Stoffe verfügen.

Grundsätzlich wird unter mehreren Bodenarten unterschieden, wie beispielsweise dem Schieferboden, der meist zu feinen und komplexen Weinen führt.

Fülligere Weine entstehen häufig auf Vulkanböden, während gehaltvolle Weine meist Lehmböden benötigen. Kalkböden schaffen in der Regel kräftige Weine und sehr steinige Böden führen meist zu feinfruchtigen Weinen im Endprodukt.

Das ist jedoch nur ganz allgemein gesagt, denn wie bereits erwähnt, entscheiden neben der Rebsorte auch das Klima und vor allem die Pflege über die Qualität und den Geschmack des Weines.

Von der Traube bis zum Wein ist es ein weiter und für den Winzer sehr arbeitsintensiver Weg, der den Weinbauer nahezu das ganze Jahr beschäftigt.

 

Die wichtigsten Schritte im Anbau

 

Der Rebschnitt

 

Meist im Januar und Februar werden die Reben auf ein bis zwei Ruten zurückgeschnitten, was den Grundstock für das Reifen der Trauben setzt. Das abgeschnittene Holz der Reben wird dabei oft mit Maschinen verkleinert und dann wieder in den Boden eingearbeitet.

Die Winzer sorgen so für eine natürliche Humusanreicherung des Bodens.

 

Die Erziehung der Rebe

 

Als Erziehung bezeichnet man im Weinbau die Formgebung des Rebstockes. Mit altem Holz oder durch Binden werden die Stöcke in Form gebracht, was zum einen eine gleichmäßige Versorgung der Triebe ermöglicht und zum anderen für die Grundlage für eine weitere Weinanbauverarbeitung mit Maschinen sorgt.

Die Erziehungssysteme der Reben unterscheiden sich hierbei in mehreren Punkten. Es kommt dabei beispielsweise auf den angestrebten Mechanisierungsgrad an, ebenso unterscheiden sich die Erziehungssysteme auch von Land zu Land und von Rebe zu Rebe.

 

Die Laubarbeit

 

Im Sommer, wenn die Reben zu blühen beginnen, beginnen die Winzer mit dem sogenannten „Ausgeizen“. Beim Ausgeizen werden unerwünschte Triebe entfernt, wodurch die vorhandenen Rebentriebe gestärkt werden.

Zwischen Juni und August wächst dann eine Laubwand heran, die durch das sogenannte „Heften“ in Form gebracht wird. Dabei werden viele Blätter entfernt, um so den Trauben mehr Freiraum zu bieten.

Die Trauben werden dadurch besser durchlüftet und auch der Lichteinfluss wird verbessert, was letztendlich zu einer besseren Qualität der Trauben führt.

 

Die grüne Lese

 

Vor der Ernte, im Weinbau auch als Lese bezeichnet, kann die Qualität des Weines nochmals verbessert werden, indem überflüssige und nicht gut gereifte Trauben entfernt werden.

Die Trauben, die so am Rebstock verbleiben, können dadurch besser von den Extrakten aus der Wurzel profitieren. Der Weinertrag wird so zwar verringert, die Qualität der Trauben wird aber sehr verbessert, was zu extraktreicheren Weinen führt.

 

Der Zeitpunkt der Lese

 

Zu Beginn des Spätsommers wird zunächst der Zuckergehalt der Trauben gemessen, welcher der Maßstab dafür ist, ob die Trauben nun geerntet werden können. Der Zuckeranteil wird dabei in Öchslegraden gemessen, an welchen sich dann auch der spätere Alkoholgehalt des Weines ableiten lässt.

Der Zeitpunkt der Lese ist sehr ausschlaggebend für das Ergebnis des Weines und hierbei gibt es für den Winzer viel zu beachten. Wann die Trauben bereit zur Ernte sind, kann fast nie pauschal gesagt werden, Faktoren wie Klima, Rebsorte und Witterung spielen immer große Rollen.

In der Regel gilt, je länger die Trauben von der Wurzel versorgt werden, desto besser. Jedoch muss der Winzer hier auch vorausschauend planen. Plötzlicher Frost oder lange Regenperioden können den Trauben und somit natürlich auch der Qualität des Weines erhebliche Schäden zufügen.

 

Die Lese

 

Bei der Lese gibt es mehrere Methoden, speziell die Handarbeit oder die maschinelle Lese wirken sich dabei besonders auf die Weinqualität aus. Natürlich ist es hier die Handarbeit, die noch bessere Weine hervorbringt.

Werden die Trauben von Hand geerntet, dann kann eine viel bessere Selektion erfolgen, als bei der maschinellen Ernte.

 

Die Lese von Hand

 

Von Hand werden beispielsweise nur reife Trauben abgeschnitten und auch faulige Beeren können aus der Traube herausgeschnitten werden. Die Weinleser müssen so oft an mehreren Tagen durch die Weinberge gehen und immer wieder neue reife Trauben abschneiden.

Dieser Weg ist selbstverständlich viel arbeits- und somit auch kostenintensiver als eine maschinelle Ernte. Doch so entstehen nun einmal Weine von allerhöchster Qualität.

 

Die Lese mit Maschinen

 

Mittlerweile sind Erntemaschinen sehr gut entwickelt und auch mit ihnen ist eine gute Weinlese möglich. Die Maschinen arbeiten dabei nach einem Prinzip, bei dem die Trauben durch Vibrationen von den Reben geschüttelt werden.

Die Trauben werden dann von der Maschine aufgefangen und in Sammelbehältern gelagert.

Wenn der Winzer den Erntezeitpunkt optimal bestimmt hat und auch die Erntemaschine ideal eingestellt ist, ist auch die maschinelle Lese eine gute Alternative, die nicht immer große Qualitätseinbußen für den Wein bedeuten muss.

Jeder Winzer hat hier ganz eigene Methoden wie er seinen Anbau gestaltet und auch zu welchem Zeitpunkt er die Lese beginnen lässt. Traditionsreiche Winzer verfügen über jahrelange Erfahrung im Weinbau und jeder Winzer hat seine eigenen Geheimnisse über Boden, Rebschnitt und natürlich auch im Bezug auf die Lese, um seine Weine speziell und exzellent zu machen.

 

 

 



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