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So bringt man Licht in den Weinregaldschungel!

Hunderte Flaschen voller Wein leuchten mich bei jedem Besuch im Supermarkt an und lassen mich auch gleich wieder verzweifeln. Wie soll man denn aus dieser riesigen Auswahl den Wein finden, der schmeckt, bezahlbar ist und meine Gäste begeistert? So schwer wie es klingt, ist es gar nicht.

Soll es Weiß, Rot, oder Rosé sein?

Die erste Entscheidung, also ob Rot, Weiß oder Rosé - die muss man schon selbst fällen. Eine wirkliche Faustregel gibt es dafür nicht, aber ein paar Weisheiten, die weiterhelfen.
Weißwein ist durch seine oft verspielte Leichtigkeit ein gern gesehenes Sommergetränk, der Rosé kommt direkt hinterher. Auch diese Färbung lässt sich in lauen Sommernächten in vielen Gläsern wiederfinden.

Rotwein trinken viele Deutsche lieber im Winter, weil er neben wirklich vollen, interessanten Geschmackserlebnissen mit seiner tiefroten Farbe durchaus auch ein bisschen auf wärmere Gedanken bringen kann. Und nein, damit ist kein roter Glühwein gemeint.

 

Das Etikett sagt fast alles

Wenn die Farbe klar ist, geht es an die Details. Und die stehen zum größten Teil auf dem Etikett. Und hier wird es oft wild – große Löwen, Weinranken und andere Verzierungen sollen dem Kunden eine lange Geschichte oder einfach nur ein buntes Durcheinander zeigen.

Andere Winzer halten es erotischen Anspielungen wie „Quickie“, „Sexy Beast“ oder „Pornfelder“. Die meisten Etiketts aber sind heute ganz schlicht gehalten. Und dort finde ich auch als Nichtweinkenner 80% der wichtigen Infos für meinen Abend.

Angaben:

CHATEAU DE LA LOONA - dabei handelt es sich um das Weingut
CABERNET SAUVIGNON - und hier steht die Rebsorte
2004 ist natürlich der Jahrgang
12,5%Vol - soviel Alkoholgehalt steckt in dieser Flasche
Eleve en Fut de Chene - hier wurde in Eichenfässern gelagert
750 ML - ein Dreiviertel Liter passt hinein

Jahrgang, Rebe und Alkoholgehalt

Der Rotwein ist ein Spätentwickler, würde man bei Kindern sagen. Je älter er wird, umso besser sind die meisten. Wie immer gibt es Ausnahmen, aber für die große Masse an Rotweinen zählt das. Wenn man also einen Rotwein aus dem Vorjahr kauft, dann ist er vermutlich noch nicht so rund und lecker, wie ein jähriger Roter.

Bei der Rebsorte scheiden dich die Geister, denn hier schmecken mir bestimmte Trauben einfach besser als andere. Und die bekomme ich nur durch Probieren und Merken heraus. Der Alkoholgehalt beim Rotwein kann gern mal 14,5 Volumenprozent haben, das macht ihn „mächtig gewaltig“, und die Freunde zuhause sind meist begeistert. Aber natürlich gibt es auch hier die Freunde des leichten, süffigen Rotweines mit 12 Volumenprozent, der dann eher vor dem Essen oder bei der Party auf den Tisch kommt.


Weltmeister ist hier ganz klar der Bordeaux, ein Wein aus drei Rebsorten, rund um den Globus der wohl am meisten verkaufte Wein. In Deutschland sind der Spätburgunder als nicht ganz so dunkler Wein und Merlot sowie Cabernet Sauvignon ganz hoch im Kurs der trockeneren Weine.

 

Beim Weißwein ist alles leichter

Wenn der Rotwein der abendliche Riese ist, kommt der Weißwein oft als verspielter, kleiner Bruder. Auch hier lohnt der Blick auf das Etikett beim Kauf. Rebsorten wie Grauburgunder (Pinot Grigio), Weißburgunder oder Sauvignon Blanc sind die absoluten In-Weine und oft nicht über 12 Volumenprozent.
Da ist die Leichtigkeit mit verspielten Geschmackserlebnissen garantiert. Die feste Bank im Weinregal ist der deutsche Riesling, um den uns die ganze Welt beneidet. Bei diesen und anderen Weißweinrebsorten ist das Alter nicht entscheidend, nur eben die Geschmacksangabe.

Denn wer einen trockenen Riesling kaufen möchte, sollte sich bei Angaben wie Auslese oder ähnlichem zurückhalten. Beim Weißwein steht ganz kurz trocken, dry, secco oder seco und das reicht, um Bescheid zu wissen.

Der Experte sagt: „Reden Sie einfach!“

Wem es definitiv zu schwer ist, sich allein zu entscheiden, der kann sich natürlich vertrauensvoll an einen Fachmann vorm Regal wenden. Weinexperte André Zibolsky von der Potsdamer In-Vino Weinhandlung rät:“ Der Kunde muss sich klar werden, wofür der Wein ist. Also soll es zu einem Essen – was gibt es da? , zu einer Party – was für eine Party ist das ? oder als Geschenk sein – was wissen Sie über denjenigen?. Wenn er das weiß, und noch ein bisschen mehr erzählt, finden wir Händler eigentlich immer eine gute Lösung.“

Wein geht eben 2mal durch den Kopf – beim Nachdenken und beim Genießen.

Guter Wein muss nicht teuer sein

Das Wichtigste kommt natürlich zum Schluss. Der Preis. Was muss man zahlen, um einen Wein zu kaufen, der schmeckt und oder eine wahre Weihnachtsüberraschung ist?
Es gibt auch da keine definitiven Werte, aber guten Wein bekommt man definitiv ab 6-8 Euro die Flasche. Die kann man im Weinregal, im Fachhandel oder direkt beim Winzer kaufen.
Dann bekommt man gleich noch ein Gesicht zum Wein und schon ist es a) ein bisschen günstiger und man hat gleich noch eine Geschichte auf Lager.



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