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Wein als Geldanlage - Gewinn für Genießer

Münzen, Aktien, Goldschmuck - die Liste an Dingen, die Sammlerherzen höher schlagen lassen und zugleich einen saftigen Gewinn versprechen, ist lang. Viele wird es vielleicht überraschen, aber auch Weine eignen sich durchaus als gewinnbringende Anlage. Wir sprechen hierbei nicht von Weinen aus dem Supermarkt, dies dürfte jedem klar sein. Wer aus seinem Lieblingswein Kapital schlagen will, der muss zunächst selbst ziemlich tief in die Tasche greifen. Weine sind in den letzten Jahrzehnten stark im Wert gestiegen.

Bei Spitzenweinen liegt die Rendite derzeit weit höher, als bei den fest verzinsten Wertpapieren. Ein Geschäft der Zukunft also, nicht nur für Weintrinker. Diese haben es oft sogar leichter, denn sie kommen nicht in Versuchung, den gewinnträchtigen Wein vielleicht dann doch lieber im Glas zu wissen als im Weinschrank oder einer der in Deutschland derzeit besonders beliebten Weinbanken.

 

Welche Weine sind als Geldanlage geeignet?

Die Zahl der Weine, die sich als gewinnbringende Anlage eignen ist leider kleiner, als vielleicht vermutet. Nur etwa zwei Prozent sind wirklich als Geldanlage zu empfehlen. Das Supermarktregal kann außen vor gelassen werden. Selbst wenn man die Weine jahrelang im Keller verschwinden lässt, eine Wertsteigerung ist nicht zu erwarten. Ganz im Gegenteil, die Weine aus dem Supermarkt sind meist bereits ausgereift und werden bei längere Lagerung nicht besser, sondern vielleicht sogar ungenießbar. Richten wir unser Hauptaugenmerk dagegen auf Frankreich. Bordeaux-Weine führen sie ganz klar an, die Liga der Weine, die satte Gewinne versprechen.

Generell lohnen sich nur Weine für die Anlage, die noch eine gewisse Reifezeit benötigen. Durch die Lagerung gewinnt er an Reife und es erhöht sich das Potential deutlich, den Wein gewinnbringend zu veräußern. Laien tun sich schwer, den richtigen Tropfen auszuwählen. Es ist also zwingend notwendig, sich mit der Weinwelt intensiver zu befassen. Weinverkostungen sind eine Gelegenheit, den Weinen und ihren Geheimnissen näher zu kommen. Weiterhin kann man sich auch entsprechendes Wissen anlesen. Einschlägige Fachzeitschriften stellen die Weingüter vor und zeichnen die Entwicklung verschiedener Betriebe nach.

 

Hohe Erwartungen werden oft gedämpft

Ein Schnäppchenkauf wird nur äußerst selten zur gelungenen Investition. Um keine Enttäuschung hinnehmen zu müssen, lohnt es, sich an Robert Parker zu orientieren. Der "Weinpapst" hat ganze 8.000 Weine verkostet und ein Bewertungssystem entwickelt, welches Weinliebhabern wichtige Anhaltspunkte liefert. Eine Mindestbewertung von 80 Punkten sollte vorliegen, dann wird der Wein als Anlage interessant. Wer bereit ist, tief genug in die Tasche zu greifen, der wird mit Weinen, die 90 und mehr Punkte besitzen, eine sichere Investition tätigen.
 

Bei diesen Tropfen sollten Weinanleger unbedingt zuschlagen:
Château Lafite-Rothschild
Château Margaux
Château Haut-Brion

 

Welche Faktoren beeinflussen die Preisbildung?

Neben Angebot und Nachfrage gibt es einige weitere Faktoren, die den Preis des Weines beeinflussen. Ein Anhaltspunkt dabei sind die von Robert Parker vergebenen Weinpunkte. Zwischen 50 und 100 Punkten vergibt der Weinexperte. Eine führende Rolle nimmt auch die Londoner Weinbörse Liv-ex ein. Der Index listet lediglich Weine auf, die auf der Parkerischen Skala mindestens 95 Punkte erreichen konnten.

Es ist kein Zufall, dass es sich dabei beinahe ausschließlich um Bordeaux-Weine handelt. Wenn Sie sich auf deutsche Weine spezialisieren möchten, dann achten Sie auf die Bezeichnung "Große Gewächse" oder nutzen die Einschätzungen des Restaurantführers Gault-Millau.

 

Bordeaux - diese Rechnung geht auf

Mit Bordeaux gehen Sie auf Nummer sicher. Wer kein Risiko eingehen möchte, der entscheidet sich für den Klassiker. Bereits im ersten Jahr nach Freigabe sind Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent keine Seltenheit. Sie sollten sich Ihren Bordeaux sichern, wenn er noch jung ist, sprich, sich noch in den Fässern befindet. Dabei wird noch nicht der Wein direkt erworben. Da dieser noch nicht in Flaschen abgefüllt ist, kauft der Weinliebhaber zunächst einen Berechtigungsschein, mit dem sich der fertig ausgebaute Wein später erwerben lässt.

Von den Châteaus werden die Weine erst nach etwa drei Jahren frei gegeben. Die Preise für diesen "Vorabkauf" sind vergleichsweise günstig, denn schließlich muss sich der Käufer auf die Qualität verlassen, ohne dies vorab wirklich überprüfen zu können. Bei der Auslieferung des Weines kann dessen Preis bereits den doppelten Wert des Einkaufspreises umfassen. Es ist jedoch auch damit zu rechnen, das die Weinqualität hinter den Erwartungen zurückbleibt und die Preise entsprechend fallen.

 

Kultweine und Geheimtipps

Seit einigen Jahren mischen auch Weinländer wie Australien oder die USA auf dem gehobenen Weinmarkt mit. Die Qualität dieser Kultweine ist mit den großen europäischen Namen vergleichbar. In Europa sind das Piemont und die Toskana aufstrebende Lieferanten von hervorragenden Weinen. Wer gern spekuliert, kann auch mit Weinen, die vielleicht nicht zu den Top-Jahrgängen zählen, gute Gewinne erzielen. Ein Geheimtipp sind derzeit Rieslinge aus Deutschland. Das Hauptaugenmerk liegt auf Weinen von Saar, Mosel oder Ruwer. Manches Schnäppchen lässt sich machen, wenn die Sammlungen privater Anleger aufgelöst werden. Wer sich etwas mit der Materie befasst, wird hier wahre Schnäppchen landen können.

 

Die teuersten Weine der Welt

Beinahe die Hälfte aller Bundesbürger stocken ihren Weinvorrat regelmäßig im Supermarkt auf. Dabei müssen sie nicht allzu tief in die Tasche greifen, denn der Durchschnittspreis für Wein liegt deutschlandweit bei weniger als drei Euro.

Dem gegenüber stehen Weine, die für tausende von Euro ihre Besitzer wechseln und wie jüngst in London, sogar Millionenpreise erzielen. Schauen wir uns die Liste der teuersten Weine der Welt genauer an, dann dürfte es keine Überraschung darstellen, das die meisten Weine aus Frankreich stammen. In die globale Bestwertung geschafft haben es aber auch Rieslinge von der Mosel.

Die Weinhitparade
- Domaine de la Romanee-Conti USD Romanee-Conti Grand Cru, Cote de Nuits
Frankreich Preise zwischen 14.000 und 108.000 US-Dollar
- Henri Jayer Richebourg Grand Cru USD Cote de Nuits
Frankreich Preise zwischen 17.000 und 24.000 US-Dollar
- Egon Muller-Scharzhof USD Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese Mosel
Deutschland Preise zwischen 8.000 und 14.000 US-Dollar

 

Kaufen und Verkaufen - aber wie


Wer Weine an den Mann bringen möchte, der wird als bevorzugten Handelsplatz die Auktionen nutzen. Beinahe 90% des Handels mit hochwertigen Spitzenweinen läuft über die Londoner Auktionshäuser Sotheby`s und Christie`s und deren Tochterunternehmen weltweit. In Deutschland hat sich das Weinauktionshaus Koppe & Partner aus Bremen einen Namen gemacht. Wer bei einem Wein den Zuschlag erhält, der muss mit weiteren Kosten rechnen. Die Auktionshäuser verlangen auf den Auktionspreis ein Aufgeld von 10 bis 15%. Transportversicherung, Frachtkosten und eine Lotgebühr sind ebenfalls einzukalkulieren.

 

Spitzenweine richtig lagern

Sie haben sich Ihre Kapitalanlage in Form von Spitzenweinen zugelegt. Doch wohin damit? Nicht selten liegt vor den Weinen eine Reifezeit von mehreren Jahrzehnten. Wohin also mit dem kostbaren Rebensaft? Wichtig sind ein dunkler Raum mit gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine Lagertemperatur von 12 bis 17 Grad ist optimal. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei Werten um 70% liegen. Die Lagerung sollte natürlich liegend erfolgen. Damit die Weine keinen muffigen Geschmack bekommen, sollte der Raum eine regelmäßige Frischluftzufuhr gewährleisten. Die Lagerung sollte nicht vernachlässigt werden und ist für die garantierte Wertsteigerung der Weine ein Muss.

Wer keine optimalen Bedingungen bei sich daheim findet, der sollte sich einen Weinschrank zulegen, über die Unterbringung der Weine in einer Weinbank nachdenken oder beim Weinhändler des Vertrauens nachfragen, ob dieser eine geeignete Lagermöglichkeit zur Verfügung stellen kann.



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