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Warum ist Wein anders?

 

Wein ist nicht irgendein Durstlöscher und die Begegnung mit ihm immer etwas Besonderes. Fasziniert sind wir alle, dabei hat diese Liebe viele Namen: Das Gläschen am Abend, den eigenen Weinstock im Garten, den Kochwein in der Küche oder den edlen Tropfen im Weinregal.

Kommen Fachleute zu Wort, dann definieren sie guten Wein in der Harmonie seiner vier Grundsäulen: Frucht, Süße, Säure und Alkohol. Ganz gleich, wie Sie nun an die Sache herangehen, ob prüfend vorm Supermarktregal, abwägend beim Weinhändler oder selbst liebäugelnd mit den eigenen Reben.

Dabei befinden Sie sich übrigens in gute Gesellschaft. Günther Jauch, Gérard Depardieu oder Brad Pitt sind begeisterte Hobby-Winzer.

Die Frage ist eigentlich einfach zu beantworten, denn jeder Wein ist besonders, schon allein, weil kein Tropfen dem anderen gleicht.

Jede frisch geöffnete Flasche ist neues Erleben, ist Überraschung, Faszination und Genuss. “In vino veritas” - Glas für Glas kommen wir der Antwort näher und bewegen uns auf einer prickelnden Sinnsuche zwischen Leben und Wahrheit.

 

Ein Geheimnis lüftet sich

 

Im Laufe seiner langen Geschichte wurde der Wein nicht von jedem geliebt. Vor 2000 Jahren kritzelten die Pompejier “Bäder, Wein und Geschlechtsverkehr zerstören den Körper” an eine Wand, die bald darauf die Asche des Vesuv unter sich begrub.

 

Wenig Bestand hatte diese Aussage auch für die Römer und Griechen, allesamt große Weinfreunde und die Begründer des Weinanbaus in unsere Sphären. Wein scheint unverwüstlich und gedeiht in Kalifornien wie in China.

Die Briten hielten lange Zeit das Weinruder in der Hand und heute ist es mit Robert Parker ein Amerikaner, der die Weine vor der Welt auf den Thron hebt oder untergehen lässt.

Kein Wein ohne Alkohol. Etwa 12 bis 14% dürfen wir erwarten. Gerade soviel, um sich inspirieren zu lassen und den Verstand zu schärfen. Wird der Wein nicht in Maßen genossen, dann kann ein Mann auch schnell zum Schwein werden, wie dies schon Mohammed einst treffend umschrieben hat.

Alkohol hin und her und wo bleiben die Biertrinker, schließlich sind die in deutschen Landen mehr als zahlreich. Bier wird zwar getrunken ist aber noch lange keine Konkurrenz für den Wein. Ein Bier schnell im Stehen, die Flasche nachlässig mit den Zähnen entkorkt und getrunken wird aus der Flasche. Nicht so beim Wein.

Weintrinker sind ruhiger, bedächtiger, sie suchen nach den passenden Gläsern, kommen in geselliger Tischrunde zusammen und nehmen sich Zeit zum fachgerechten Entkorken und Dekantieren. Dies lässt eine gewisse Achtung vor dem Rebensaft erkennen.

Ganz zurecht, denn der Wein ist sensibel und schätzt den behutsamen Umgang. Aufmerksamkeit benötigen bereits die Trauben. Weine wollen nicht reifen, ohne täglich Besuch vom Winzer zu bekommen, sonst kann der Wein ganz schnell sauer werden…

 

Auf den Inhalt kommt es an

 

Die Frage, was den Wein so besonders macht kommt nicht aus, ohne die Inhaltsstoffe unter die Lupe zu nehmen. Vergleicht man den Wein mit anderen alkoholischen Getränken, dann stechen die Polyphenole besonders hervor.

Diese sekundären Pflanzenstoffe kommen in Obst und Gemüse vor. Besonders viel Polyphenole enthalten die Schalen, Kerne und Stiele der Weintraube.

Die Wissenschaft kennt mittlerweile tausende verschiedene Arten von Polyphenolen. Dabei wurden besonders Resveratrol, Catechin oder Quercetin eine hohe gesundheitliche Wertigkeit nachgewiesen.

Das Gläschen Wein am Tage kann also nicht nur ein Genuss sein, sondern auch vor Arterienverkalkung oder Krebs schützen. Dies gibt ein gutes Gefühl und schafft täglich neue Weinfans aller Altersgruppen.

 

 

Wein macht schön!

 

 

Nicht nur die Wahrheit dürfen wir im Wein suchen, der Rebensaft kann noch viel mehr. Wie Wissenschaftler der Uni Bristol jüngst festgestellt haben, kann ein Glas Wein für eine Extraportion Schönheit sorgen.

Wichtig ist dabei, wirklich bei einem Glas zu bleiben. Dann ist deutlich zu beobachten, wie sich die Gesichtsmuskeln entspannen und der Gesichtsausdruck viel weicher und freundlicher erscheint.

 

Wer einmal sein Spiegelbild anlächelt, statt grimmig dreinzuschauen, der wird selbst feststellen, das Gesicht wirkt entspannter und einfach schöner. Wer partout keinen Alkohol trinkt, muss übrigens nicht auf Wein als Schönheitsmittel verzichten, denn Kosmetik aus Traubenextrakten ist schon lange im Umlauf und Weinhefe wirkt Wunder gegen trockene Haut.

 

Wein macht schlau, oder Schlaue trinken Wein

 

Weintrinker können aufatmen, denn Ihnen wird Intelligenz bescheinigt.

Intelligente Menschen greifen angeblich eher zum Weinglas. Dies wird nicht nur angenommen, sondern ist tatsächlich wissenschaftlich bestätigt. Die Uni Kopenhagen lieferte den entsprechenden Beweis und da dänische Weintrinker sich nicht wirklich von uns Deutschen unterscheiden, nehmen wir diese These gerne an.

Es ist in keinem Falle dumm, zum Weinglas zu greifen, denn die grauen Zellen werden durch regelmäßigen Weinkonsum auf Vordermann gebracht.

Das University College in London hat sich genau damit in einer Langzeitstudie beschäftigt und 10.000 verbeamtete Briten einen Intelligenztest durchführen lassen.

Weintrinker gingen als klare Sieger daraus hervor.

 

Auf das Wie kommt es an

 

Wein ist ein besonders guter Tropfen, dies haben wir hinlänglich beantwortet. Dem Ganzen lässt sich ein wichtiger Aspekt hinzufügen, nämlich das Wie und Wann des Weingenusses. Den besten Wein wird man nicht irgendwen servieren.

Dieser wird aufgespart auf einen ganz besonderen Moment. Vielleicht beim ersten Date und einem tiefen Blick in die Augen, bei bestandener Prüfung, dem runden Geburtstag oder wenn alte Gefühle neu aufleben.

 

Es gibt unendlich viele dieser Momente die uns nicht mehr aus dem Kopf gehen und bei denen das Glas Wein dazugehört und Teil einer positiven und bleibenden Erinnerung wird.

 

Genuss für Genießer

 

Kein Mensch wird auf die Idee kommen, bei großem Durst zunächst zur Weinflasche zu greifen.

Wer den Rebensaft wie Wasser herunterschüttet, der hat die Philosophie dahinter nicht verstanden, denn Wein wird nicht einfach getrunken, er wird genossen. Weingenuss braucht Zeit.

Der Weg zum Gaumen ist lang. Zunächst kommt die Oberlippe mit dem Wein in Berührung. Anschließend öffnet der Genießer die Lippen und der Wein gelangt in die Mundhöhle. Damit sich der Geschmack entfalten kann, verweilt der Wein auf der Zunge.

Bei Weinproben setzt nun das oft belächelte “Kauen” des Weines ein. In fröhlicher Runde vielleicht etwas deplatziert wirkend, sollten Sie sich dennoch einmal die Zeit nehmen, Wein auf diese Weise zu genießen.

Mit der Zeit werden zaghafte Probierer zu Weinfreunden und Weinfreunde zu Weinkennern. Werden Sie Teil dieses Reifeprozesses, einer Reife, die auch dem Wein eigen ist, einem Teil des Lebens.
 



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