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Was macht Weintrinker aus?

 

Die Frage ist, braucht es wirklich lange und umständliche Erklärungen oder gar eine eigene Philosophie? Eigentlich nicht, denn Weintrinker sind Kenner des Genusses, sie wissen, in die Tiefen der Rebe vorzudringen und schaffen so ganz nebenbei ihre eigene Philosophie.

Dabei kommen sie aus dem Staunen nicht heraus, denn angesichts der wunderbaren Weinwelten, die sich vor ihnen auftun, erleben sie tagtäglich den Weingenuss als ein kleines Wunder.

Wein als Durstlöscher kommt ihnen nicht unter. Der Rebensaft wird als Kulturgut betrachtet und dem geübten Auge entgeht nicht, das Weintrinker zu den sensiblen Schöngeistern zählen, offen für Genuss und einen neuen Geschmack auf der Zunge.

Dabei immer ein Stück weit Abenteurer und Entdecker, dem Erlebnis Wein mit Leidenschaft auf der Spur.

 

 

Alles auf Anfang

 

Niemand wird als Weintrinker geboren. Auch Weintrinker waren einmal jung und mussten sich mit Limo oder Orangensaft begnügen, wenn für Geburtstage und Familienfeste ein guter Tropfen aus dem Keller geholt wurde.

Doch irgendwann hat es dann angefangen. Sei es als pubertierender Jugendlicher heimlich mit der Flasche aus dem Supermarkt oder ganz offiziell, irgendwo jenseits der 20 als der Alkohol dann plötzlich Alltag war, es aber doch irgendetwas besonders sein sollte. Der Weineinsteiger ist gespannt, was ihn erwartet.

Dabei sollte der gute Tropfen auch bezahlbar bleiben. Dieser Trend scheint sich bei manchen unter uns fortzusetzen, denn rein statistisch ist eine Flasche Wein uns Deutschen gerade einmal 2,38 € wert. Zurück zum frisch gebackenen Weintrinker.

Dieser begnügt sich nicht damit, nicht für lange. Er möchte mehr erfahren, mehr über die Reben lernen und den perfekten Geschmack erleben. Dabei wird er manche Enttäuschung erleben, Zeit aufwenden und Geld investieren.

Der Weg führt in den Fachhandel, zu den Winzern in der Nähe und auf Weinreisen um die ganze Welt. Irgendwo dazwischen schlägt die Geburtsstunde des Weintrinkers, der nun ein spannendes und genussreiches Leben vor sich haben wird.

 

Wein leben

 

 

Es bedarf Zeit und Energie, bis der Gaumen und das Auge geschult genug sind, um es mit den Weinen und ihrer Einzigartigkeit aufnehmen zu können. Weintrinker stellen Ansprüche.

Sie möchten die Spreu vom Weizen trennen und das wirklich außergewöhnliche Geschmackserlebnis vorweisen. Wenige Weintrinker mutieren dabei zum Wissenschaftler, können theoretisches Wissen vorweisen, mit Fachbegriffen um sich werfen und machen beim Servieren und Dekantieren auch garantiert keine Fehler.

Was den eigentlichen Weintrinker ausmacht, ist nicht in dieser Perfektion zu suchen, sondern lauert oft versteckt im Alltag, dabei, sich mit Freude eine Flasche Wein zu öffnen und ihn mit Freunden zu genießen.

Jeder lebt den Wein auf seine Weise, ob er sich jeden Monat eine Flasche gönnt, einige Schätze im Keller hortet oder den Traum vom eigenen Weinberg träumt und im Idealfalle auch verwirklicht.

 

Lebenselixier Wein

 

Weintrinker stehen dazu und das völlig zurecht. Ein schlechtes Gewissen ist hier fehl am Platze, denn Wein ist viel besser als der Ruf des Alkohols und es heißt nicht umsonst: “Wo Wein fehlt, dort stirbt der Reiz des Lebens”.

Die Deutschen schneiden als Volk der Weintrinker eher mittelprächtig ab. Knapp 24 Liter konsumiert jeder Bundesbürger jährlich. Damit finden wir uns auf Platz 13 der internationalen Rangliste wieder und werden von Österreichern und Schweizern überholt.

Das Volk der Weintrinker schlechthin hält sich, rein statistisch betrachtet, in Vatikanstaat auf. Ganze 73,78 Liter fließen hier jährlich durch die Kehlen der meist männlichen Bewohner. Der Weinkonsum war und ist immer wieder Gegenstand von Studien. Dabei haben Weintrinker gute Karten, denn sie können ihre Lebensuhr statistisch um 3,8 Jahre vorstellen.

Es ist also schlau, sich regelmäßig ein Glas einzuschenken. Clever sind die Weintrinker sowieso, denn Wein erhöht den Blutfluss im Gehirn und die grauen Zellen arbeiten schnell und eifrig. Ob Biertrinker nun ist Grübeln geraten?

 

Wein macht froh

 

 

Was Weintrinker schon lange wissen, hat auch die Wissenschaft bestätigt. Regelmäßiger Weingenuss kann vor Depressionen schützen. Forscher haben dabei sieben Jahre lang mehr als 5.000 Teilnehmer im Weinland Spanien diesbezüglich im Auge behalten.

Weintrinkern, die sich zwei bis sieben Gläser Wein pro Woche gönnten, wurde zu Beginn der Studie ein um 32% geringeres Risiko, an Depressionen zu erkranken bescheinigt.

Am Ende des Forschungszeitraumes stieg dieser Wert auf 43%. Glücklich also, wer sich sein Gläschen regelmäßig gönnt.

 

Wein macht neugierig

 

Der typische Weintrinker kommt nicht zur Ruhe.

Er weiß, da ist noch mehr. Unmöglich kann er alle Weine probieren und doch hätte er sie gerne im Glas, edle Tropfen, die nicht jeder kennt, die als Geheimtipp gelten. Irgendwann entwickelt jeder Weintrinker eine Vorliebe, vielleicht für Dornfelder, für Sauvignon Blanc, Syrah oder Merlot. Die schier unendliche Vielfalt wird probiert und wird bewertet.

Doch die Neugier des Weinliebhabers drängt nach der Erfahrung abseits des Mainstreams. Weintrinker sind aufgeschlossen und lassen sich gern auf neue Experimente ein. Haben sie die Möglichkeiten und das Kleingeld, dann wird rege Gebrauch davon gemacht.

 

Typisch Weintrinker

 

 

Weintrinker finden wir in allen Gesellschaftschichten und altersmäßig spannt sich der Bogen vom Jungspund bis zum Greis.

Für dieses bunte und illustre Völkchen eine einheitliche Definition aufstellen zu wollen, wäre nicht Sinn der Sache. Der Weintrinker schafft sich mit seinem Gläschen ein Stück Lebensqualität, ob er dabei die Flasche aus dem Supermarkt vor sich stehen hat oder für einen Wein auf einer Auktion ein kleines Vermögen ausgibt, ist zweitrangig.

Funkelt der Wein erst einmal im Glas, dann beginnt der Genuss. Vom Rebensaft berauscht sind die Menschen seit Generationen. Nicht umsonst zählt Wein zu den ältesten Getränken überhaupt. Weintrinker sind zwei Arbeitskolleginnen beim netten Plausch am Abend ebenso, wie Weinenthusiasten auf einer Weinprobe.

Was Weintrinker wirklich auszeichnet ist, sie teilen ein Lebensgefühl und haben Freude daran, sich mit Wein anzufreunden und zu beschäftigen. Vom Weintrinker zum Weinkenner ist es nur ein kleiner Schritt, der wie bei gutem Wein auch der Fall, mit den Jahren fester und sicherer wird. Auch Weintrinker werden reifer.

Einige geben ihr Wissen weiter, damit nicht ausstirbt, was seit Jahrtausenden fesselt und verbindet. Dabei taugt alle Theorie nur wenig, denn jeder Wein offenbart seine Geheimnis erst auf der Zunge.

Somit kann nur wirklich mitreden, wer zum Weintrinker wird. Öffnen Sie die nächste Flasche Wein mit besonderer Sorgfalt, Sie haben es sich verdient.
 



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