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Die Weinprobe - Der Gipfel des Genusses

 

Mit Sicherheit hat beinahe jeder Mensch Wein bereits probiert. Doch damit ist nicht der schnelle Schluck zwischendurch gemeint, denn ein liebevoll hergestelltes Kultgetränk wie den Wein konsumiert man nicht einfach gedankenlos.

Auch Genießen will gelernt sein und bei einer Weinprobe werden Sie genau hierfür sensibilisiert und um letztendlich eine Erfahrung reicher sein.

 

 

Anlässe sind genug vorhanden

 

Es gibt immer einen Anlass, Wein zu probieren. Professionelle Weinproben sind in jedem Stadium der Weinherstellung erforderlich.

Der Kellermeister überwacht den Prozess der Weinbereitung durch Fassweinproben. Ist der Wein für gut befunden, ist dies noch lange kein Verkaufsargument.

Erst wenn dem Wein eine amtliche Prüfungsnummer zugeteilt wurde, dann kann er auch vermarktet werden. Bevor Weine direkt beim Erzeuger eingekauft werden, steht ebenfalls das Verkosten.

Hierfür haben viele Kellereien ein Probierzimmer eingerichtet. Hier kann der Wein in aller Ruhe probiert und ausgewählt werden. Zur Verkaufsförderung werden häufig bezahlte Weinproben durchgeführt.

Hierbei teilen sich bis zu 18 Personen eine Flasche Wein und zahlen entsprechend dafür. Auch im Rahmen von Weinwanderungen werden Weinproben durchgeführt.

Bei Weinpräsentationen werden die Weine meist einem Fachpublikum vorgestellt. Bei Weinseminaren erhalten Weinfreunde nicht nur Informationen aus erster Hand, sondern auch den einen oder anderen guten Tropfen aus dem Glas.

 

Probieren geht über Studieren

 

Worauf kommt es nun an, beim Wein probieren? Dies hat bereits der römische Dichter und Weinliebhaber Horaz auf den Punkt gebracht: “cos, oder, sapor”, ganz richtig, es kommt uns auf die Farbe, den Geruch und den Geschmack an.

Der optische Eindruck entscheidet, wie so oft im Leben, ob uns etwas auf Anhieb zusagt. Weinliebhaber entwickeln einen sehr sensiblen Geruchssinn, denn beim Wein schmecken, da sind wir auf Sauer, Bitter, Süß und Salzig angewiesen.

Die erste Weinprobe wird für einen Laien vielleicht noch etwas befremdlich erscheinen. Aber mit so manchem “Ahh!” und “Ohh!” während der Verkostung macht sich der Wunsch breit, Wein nicht nur zu trinken, sondern seine Vielfalt zu erleben.

Dafür gibt es keinen besseren Ort als eine Weinprobe.

 

Eindrücke gewinnen und ausdrücken

 

 

Weinfreunde, die sich erstmals auf einer Weinprobe einfinden, werden wohl etwas befremdlich zu den Verkostern schielen, die ihre Sache sehr ernst nehmen und sich dem Wein beruflich verschrieben haben.

Während der Weinfreund genüsslich am Gläschen nippt, schnüffeln die Profis am Glas schlürfen den Wein in sich hinein, rollen ihn im Mund hin und her und statt den leckeren Wein endlich hinunter zu schlucken, wird der Rebensaft wieder ausgespuckt.

Wie hat der Wein denn nun geschmeckt? Laien geben dies mit eigenen Worten wieder, Profis bedienen sich der international üblichen Weinsprache.

Ein kleines ABC geläufiger Fachbegriffe haben wir in einem weiteren Kapitel zusammengestellt. Die gewonnenen Sinneseindrücke können positiv wie auch negativ wiedergegeben werden. Die Farbe der Weißweine überzeugt zum Beispiel, wenn die Begriffe goldgelb oder gelb fallen. Weniger punkten kann ein wässrig und farblos erscheinender Rebensaft.

Aromatisch und fruchtig sind Begriffe, die einen positiven Geruchseindruck wiedergeben.

Eine reife und edle Süße steht einem pappig süßen Wein gegenüber. Reife Weine gelangen mit Begriffen wie abgelagert oder edelfirn nochmals zu Ehren, während die Zeit eines müden und toten Weines dann wohl leider abgelaufen ist.

 

Das amtliche 5-Punkte-Schema

 

Bei amtlichen Weinprüfungen in Deutschland ist seit dem 1.1.1988 ein 5-Punkte-Schema die Regel.

Ob der Wein mit einem Prädikat oder Siegel versehen wird, ist abhängig davon, wie viele Punkte an ihn vergeben werden. Im ersten Schritt wird geprüft, ob der Wein der Rebsorte, der Qualitätsstufe oder dem Anbaugebiet entspricht und in Farbe und Klarheit überzeugt.

Wer hier in einem Punkt schwächelt, ist bereits aus dem Rennen. Im nächsten Schritt wird auf Geruch und Geschmack geprüft. Für hervorragend bis nicht zufriedenstellend werden Punkte zwischen 5 und 0,5 vergeben.

Nun beginnt für die Verkoster die Rechnerei. Die Summe der vergebenen Noten wird durch 3 geteilt. Dadurch kann man die Qualitätszahl erhalten. Die Qualitätszahl 5,0 bedeutet Bestnote. Weine, die mindestens 1,5 erreicht haben, erhalten die Amtliche Prüfungsnummer.

 

Ab der Qualitätszahl 2,5 wird das Deutsche Weinsiegel erteilt.

 

Die gesellige Weinprobe - Der Genuss zählt

 

Wenn auch Sie Wein bewusst genießen möchten und noch dazu andere daran teilhaben lassen wollen, denn laden Sie sich Freunde ein und bitten ganz unbeschwert und heiter zur privaten Weinprobe.

Möchten Sie Ihren Gästen einen netten Abend mit Mehrwert bieten, dann gibt es einiges zu beachten. Im Vordergrund stehen die Weine. Davon sollten Sie zwar mehrere anbieten, die Gäste aber auch nicht überfordern.

Etwa drei bis fünf Weine reichen für eine gesellige Weinprobe vollkommen aus. Eine Weinflasche in der Standardgröße reicht etwa für 15 Weingläser. Die Gläser werden dabei nicht randvoll gegossen, sondern höchstens halbvoll.

Die Aromen sollen sich im Glas ausbreiten, statt vorschnell zu entweichen, des Weiteren möchten Sie Ihre Gäste bei einer Weinprobe nicht abfüllen, sondern für das Thema Wein sensibilisieren.

Möchten Sie zum Wein eine Kleinigkeit servieren, denn beschränken sie ich auf Baguette und milden Käse. Deftige Speisen sind ein Angriff auf die sensiblen Geschmacksnerven, der bei einer Weinprobe besser unterbleibt.

Auch Raucher haben bei eine Weinprobe schlechte Karten, denn schließlich geht es um die Aromen, die aus dem Weinglas entweichen und sich so gar nicht mit Tabakrauch vertragen.

 

Mit Spaß bei der Sache

 

Bei einer privaten Weinprobe sollte es locker und ungezwungen zugehen.

Dies kann der Gastgeber beeinflussen, indem er etwas Abwechslung in die Weinverkostung bringt. So kann das oben beschriebene 5-Punkte-Schema als Vorgabe genutzt werden und jeder vergibt Noten, die am Ende ausgewertet den Favoriten des Abend ergeben.

Auch nach Jahrgängen kann eine Weinprobe durchgeführt werden. Beginnen Sie mit dem jüngsten und enden mit dem ältesten Wein, die Gäste dürfen die Jahrgänge erraten. Das gleiche Spiel lässt sich auch mit den einzelnen Rebsorten durchführen.

Besonders in größeren Gesellschaften kommt die Blindprobe mit Sicherheit gut an. Verdecken Sie die Etiketten hiefür und bitten die Gäste, den Wein zu verkosten und Jahrgang, Herkunft und Rebsorte zu erraten.

Dies verlangt einiges an Weinerfahrung und bringt auch eingefleischten Weinliebhabern Spaß und neue Erfahrungen.
 



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