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Weinanbau im eigenen Garten

 

Weinstöcke oder wilder Wein begrünen Hauswände und Terrassen und beeindrucken im Herbst mit ihrer intensiven Blattfärbung.

Natürlich sind besonders die Trauben selbst ein Anreiz, zum Hobby-Weinbauer zu werden. Ganz gleich, ob man den Ertrag als Tafeltrauben naschen möchte oder sich in der Weinherstellung versucht.

Der Weinanbau im eigenen Garten ist unter Beachtung einiger Aspekte durchaus möglich und wird bei artgerechter Auswahl, dem richtigen Standort und bester Pflege mit Sicherheit auch von Erfolg gekrönt sein.

 

Auf die Sorte kommt es an

 

Nicht jede Region eignet sich in Deutschland optimal für den Weinbau. Daher ist es besonders wichtig, eine Sorte auszuwählen, die den klimatischen Bedingungen der jeweiligen Region am ehesten entspricht.

Wer in Weinbaugebieten lebt, hat die freie Wahl und kann auch auf spätreifende Sorten zurückgreifen. In kühleren Regionen werden die Trauben vom Frost überrascht und daher sind hier frostharte Sorten die bessere Wahl.

Weniger empfindlich sind blaue Trauben der Sorten Muscat Bleu oder Birstaler Muskat für die Liebhaber heller Trauben. Gut beraten werden angehende Hobby-Winzer in einer Rebschule. Aber auch in Baumschulen oder Gärtnereien finden sich geeignete Ansprechpartner.

 

Folgende Rebsorten sind für den Anbau auf Balkon oder Terrasse geeignet:

 

Muskat Bleu
Große, feste Früchte, blau und länglich, aromatisch und winterfest

Ganita
Große rosa Trauben, kräftig im Wuchs

Johanniter
Mittelgroße goldgelbe Früchte, winterfest

Rosetta
Mittelgroße rosa Beeren, sehr süß, dicht belaubt, spät reifend

Regent
Mittelgroße blaue Trauben, kleine Früchte, ertragreich und robust

Merzling
Große grüngelbe Trauben, sehr aromatisch, früh reifend, winterfest

 

Wohin mit dem Rebstock? - Der richtige Standort

 

Ist die Wahl auf einen Rebstock gefallen, beginnt eine weitere Überlegung, denn nur der richtige Standort bildet die Basis für ein erfolgreiches Wachstum und eine entsprechende Ernte. Der Weinstock benötigt einen geschützten Standort und viel Sonne.

Dabei bietet sich eine Hauswand an. Es ist auch möglich, Weinstöcke in Kübeln auf der Terrasse zu ziehen. Ist keine schützende Hauswand gegeben, dann benötigten die Pflanzen auf jeden Fall eine Rankhilfe in Form eines Spaliers. Um die klimatischen Bedingungen zu optimieren, verbannen Hobbygärtner Weinstöcke auch häufig in Gewächshäuser.

Dies ist jedoch keine wirklich befriedigende Lösung, denn Weinstöcke sind ausgesprochen attraktiv und kommen einfach im Freien am besten zur Geltung. Der Boden sollte locker und durchlässig sein. Sandige Böden sind ebenfalls geeignet für den Weinbau.

Zu viel Feuchtigkeit oder gar Staunässe vertragen die Pflanzen nicht. Wird die Kübelhaltung gewählt, dann sollten die Pflanzgefäße mindestens 30 Liter fassen, damit die Pflanze genügend Spielraum besitzt.

Um Staunässe zu vermeiden, bietet es sich an, die Erde mit Blähton zu mischen.

 

Nun wird es ernst - Weinstöcke pflanzen

 

In der zweiten Herbsthälfte ist Pflanzzeit für Ihren neuen Weinstock. In klimatisch weniger begünstigten Regionen bietet es sich an, damit bis zum Frühjahr zu warten. Bis Mitte Mai bleibt Zeit, um die Pflanze in den Boden zu setzen.

Containerware können Sie den ganzen Sommer über pflanzen. Die Reben benötigen einen lockeren Boden. Sorgen Sie also zunächst dafür, dass der Boden durchlässiger wird.

Das Erdloch solle etwa 50 cm tief und 30 cm breit sein. Bevor die Erde wieder ins Pflanzloch gefüllt wird, vermischen Sie diese mit Kompost. Der Weinstock braucht ausreichend Platz, damit sich die Wurzeln ausbreiten können.

Kommt die Pflanze in den Boden, ist darauf zu achten, dass sich die Veredlungsstelle der Reben einige Zentimeter über dem Boden befindet. Sollen mehrere Reben angepflanzt werden, dann ist ein Abstand von mindestens 1,2 Metern einzuhalten.

Stützen Sie die junge Pflanze mit einem Pfahl. Um später kräftige Pflanzen zu erhalten, sollten Sie im ersten Jahr nur einen Spross heranwachsen lassen. Damit erhalten Sie den Haupttrieb als Grundlage für die späteren fruchttragenden Seitentriebe. Nach der Pflanzung vertragen die Reben ausreichend Wasser.

 

Von nichts kommt nichts - Weinstöcke richtig pflegen

 

Damit sich die jungen Pflanzen gut entwickeln, sollten Sie Ihre Reben nicht aus den Augen verlieren. In der ersten Zeit nach der Pflanzung ist der Wasserbedarf recht hoch und regelmäßiges Gießen Pflicht.

Einen extra Wachstumsschub erhalten die Pflanzen durch die jährliche Gabe von Stickstoffdünger. Sollen die Weinreben als Berankung genutzt werden, dann dürfen sie ungehindert wachsen.

Ist jedoch eine reiche Ernte das erklärte Ziel, dann sollten alte Triebe entfernt werden, denn Trauben wachsen nur an einjährigem Holz. Weinstöcke benötigen einen jährlichen Schnitt. Neben dem Haupttrieb, der eine Länge von drei Metern nicht übersteigen sollte, dürfen drei bis vier Seitentriebe stehenbleiben.

Diese werden am Haupttrieb festgebunden. Nun hat die Pflanze mehr Kraft, kräftige Trauben auszubilden. Die Trauben benötigen reichlich Sonnenbäder, um zu reifen.

Blätter, die vor den Trauben hängen und Schatten werfen, sollten entfernt werden. Auch Triebe, die sich um die Wurzeln herum bilden, können Sie kappen. Junge Weinstöcke sollten vor Frost geschützt werden.

Ein Winterschutz in Form von Vlies oder ähnlichem bewahrt besonders im Herbst gepflanzte Reben vor Frostschäden. Einen Winterschutz benötigen auch Weinreben, die in Kübeln gepflanzt wurden. Achten Sie hierbei auch darauf, dass die Erde nicht vollständig austrocknet.

 

Hilfe - Schädlinge und Krankheiten

 

Weinreben sind bei Schädlingen beliebt und auch für Pilzkrankheiten recht anfällig. Behalten Sie Ihre Weinstöcke also im Auge und kontrollieren häufiger auf einen eventuellen Befall mit Mehltau oder Grauschimmel.

Befallene Teile sollten sofort vollständig entfernt werden. Die Behandlung mit Knoblauchtee kann bei einem großflächigen Befall Abhilfe schaffen. Bemerken Sie an der Blattunterseite Ihrer Reben kleine weißliche Berge, dann fühlt sich vermutlich die Rebenpockenmilbe in Ihrem Weinstock wohl.

Meist begnügen sich die Schädlinge mit den Blättern und die Ernte ist nicht in Gefahr. Gefährlicher wird es, wenn die Larven des Dickmaulrüsslers unterwegs sind, denn diese nisten sich in den Wurzeln ein.

Mit Nematoden können die Schädlinge biologisch bekämpft werden. Vergilben die Blätter Ihrer Pflanze, dann kann dies ein Hinweis auf Magnesiummangel sein. Diesem lässt sich mit magnesiumhaltigen Dünger beikommen.

 

Endlich ist es soweit - Die Ernte

 

Abhängig von der Sorte reifen die Trauben zwischen August und Oktober.

Ein freistehender Weinstock liefert Ihnen jährlich etwa zehn Trauben mit zirka 2,5 kg Früchten.

An Hauswänden platzierte Weinstöcke können mehr als das Doppelte an Ertrag bringen. Der Aufwand hat sich also gelohnt.

Ob Sie nun zum Hobbywinzer werden oder einfach die süßen Trauben als fruchtigen Snack genießen, bleibt Ihnen überlassen. Weinanbau im eigenen Garten ist sicher nicht nur für die Liebhaber des Rebensaftes ein lohnendes und bereicherndes Hobby.
 



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