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Alles Geschmackssache - Rebsorten und Aromen

Der Weinbau bewegt die Gemüter seit Jahrtausenden. Die Fülle an Rebsorten ist groß. Allein in deutschen Landen sind beinahe 150 verschiedene Sorten geläufig. Der Geschmack der Weine wird entscheidend von den einzelnen Rebsorten bestimmt. Dabei kommen die Aromen der einzelnen Trauben zum Tragen. Weine einer Rebsorte bringen vergleichbare Eigenschaften mit, ganz gleich, wo auf der Welt sie angebaut werden.

Im Groben werden zwei Rebsorten unterschieden, nämlich die aus denen Weißwein und die aus denen Rotwein entsteht. Dazwischen ist die Weinwelt weit bunter, als angenommen und es wird viel experimentiert. So besteht ein Verschnitt aus drei Weinsorten und mehr. Da der rote Farbstoff der Trauben meist nur in der Schale zu finden ist, gelingt auch das Experiment, aus roten Trauben Weißwein herzustellen.

 

Welcher Wein schmeckt nun wie?

Die Fachwelt kennt mit "Weinsensorik" einen eigenen Begriff für die Beurteilung der Weine. Dabei ist nicht nur vom eigentlichen Geschmack des Weines die Rede. Unsere Sinne beginnen sich weit früher mit den Aromen, die sich im Glas befinden auseinanderzusetzen. Die Farbe spricht das Auge an. Wenn wir am Wein riechen, dann werden Erinnerungen wach und Erwartungen geweckt.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, den Wein besonders fachmännisch zu beschreiben, sondern mit allen Sinnen wahrzunehmen, was uns der Wein vermittelt, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht, ist zunächst zweitrangig. Man könnte sogar sagen, das der Geschmack des Weines auf der Zunge beinahe nebensächlich erscheint, denn zum Großteil riechen wir, wie ein Wein schmeckt.

 

Der Geruch eines Weines wird nicht umsonst als Bouquet bezeichnet.

Wir haben es also nicht mit einem einzelnen Aromastoff zu tun, sondern bekommen bei den meisten Weinen im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Blumenstrauß davon serviert.
 

Die Aromen selbst lassen sich wie folgt grob unterteilen:
- fruchtige Aromen
Diese stammen aus dem Fleisch und der Schale der Beeren. Gängige Fruchtaromen sind Ananas, Kirsche, Himbeer, Stachelbeere oder Pflaume.
- holzige Aromen
Weine mit holzigen Aromen wurden in Eichenfässern ausgebaut. Holzige Aromen bringen auch die Traubenkerne hervor. Im Holzfass ausgebaute Weine können daneben auch Röstaromen aufweisen.
- mineralische Aromen
Die mineralischen Aromen entstammen dem Boden, in dem die Reben reifen. Geläufig sind Noten von Schiefer oder Feuerstein.
 

Weißweine

Bei Weißweinen wird besonders viel Wert darauf gelegt, dass die Weine sortentypisch schmecken und aus einer Rebsorte gewonnen werden. Großen Einfluss auf Geschmack und Qualität des Weines haben der Boden, die Lage und das Klima. Die Aromen sind von Anbaugebiet zu Anbaugebiet verschieden. Gängige Aromen bei Weißweinen sind zum Beispiel: Zitrone, Mandarine, Pfeffer, Pfirsich, Apfel oder Stachelbeere.

Einige Reben im Kurzportrait

 

Chardonnay

Chardonnay ist eine traditionelle Rebsorte aus dem Burgund. Dort entstehen einige der besten Weißweine der Welt. Die Chardonnay Traube ist recht robust und wird deshalb weltweit angebaut. In Chile, Italien, Südafrika oder Australien angebaute Chardonnay Trauben bringen ganz unterschiedliche Weine hervor. Weine der Chardonnay Traube kennzeichnet ein nussiger Charakter. Vorherrschend sind Aromen von Banane, Zitrone, Honigmelone und Grapefruit.

Gewürztraminer

Gewürztraminer bestimmt seit 500 Jahren den Weinbau in Deutschland. Die rötlichen Trauben sind recht anspruchsvoll, was die Lage und den Anbau betrifft. Die Südtiroler Ortschaft Tramin gab der Rebe ihren Namen. Die meisten Traminer Trauben reifen im Elsass. Mit seinen Aromen von Ananas, Mandarine, Honig oder Rosen passt der Gewürztraminer sehr gut zu würzigen Fleischgerichten und Käse.
 

Riesling

Der Riesling steht stellvertretend für die deutschen Weinbaukultur. Bereits im Mittelalter wurden im Rheingau Rieslingweine hergestellt. Die Riesling Traube nimmt in Deutschland ein Viertel der gesamten Rebfläche ein. Die meisten Reben gedeihen in der Pfalz oder an der Mosel. Der Riesling bringt ein aromatisches Bouquet aus Pfirsich, Apfel, Aprikose und Zitrusfrüchten mit. Leichte Gerichte mit Gemüse oder Fisch sind die idealen Begleiter des Rieslings.

Silvaner

Die Silvanerrebe zählt zu den ältesten in Deutschland vorkommenden Rebsorten. In Franken wurden die Reben bereits vor über 350 Jahren angebaut. Der Charakter der Silvaner Weine hängt weitgehend von der Beschaffenheit des Bodens ab. Vorherrschend sind Aromen von Apfel, Sellerie oder Fenchel. Mit Pilzgerichten oder Salaten wird Silvaner bevorzugt serviert.

Sauvignon Blanc

Neben dem Chardonnay zählt Sauvignon Blanc zu den beliebtesten Rebsorten in Deutschland. Im Loiretal werden die weltbesten Sauvignon Blanc hergestellt. Die trockenen und würzigen Weine werden von Aromen von Kräutern und Gras bestimmt. Pastagerichte oder Fisch sind die idealen Begleiter.

Scheurebe

Der Scheurebe gab deren Züchter Georg Scheu seinen Namen. Die vergleichsweise noch junge Traube entstand im Jahre 1916 aus Bukettraube und Riesling. Die Rebe ist sehr gut für Eiswein geeignet. Das vollmundige Aroma lässt an Grapefruit und Schwarze Johannisbeeren denken. Die Scheurebe wird als Begleiter für Obstsalate und andere fruchtige Nachspeisen ebenso aufgetischt, wie zu Geflügel oder Fisch.

 

Rotweine

Bei Rotweinen wird die Vielfalt an Aromen deutlicher, als bei den Weißweinen. Unter die für die jeweiligen Trauben charakteristischen Noten mischen sich, je nach Anbaugebiet, ganz typische Nuancen, welche die jeweiligen Weine unverwechselbar machen. Der Weinkenner kann zum Beispiel einen Cabernet Sauvignon aus den Bordeaux sofort von einem Wein der gleichen Taube aus Übersee unterscheiden. Für den Geschmack des Weines kann auch der Kellermeister selbst etwas tun. Während der Maischegärung oder dem Ausbau im Holzfass, kann, stärker als bei den Weißweinen, Einfluss auf den Weingeschmack genommen werden.
 

Rotweinreben im Überblick

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon ist die wohl bekannteste Rebsorte weltweit. Seit Jahrhunderten experimentieren die Weinbauern mit dieser Edelrebe. Ursprünglich wurde Cabernet Sauvignon im Bordelais angebaut. Doch auch in Australien, Südafrika oder den USA ist der Anbau heute weit verbreitet. Cabernet Sauvignon lässt sich am Duft von Johannisbeeren erkennen. Auch Eukalyptus, Zedernholz oder Schwarzer Pfeffer bestimmen das Aroma dieser Trauben. Servieren Sie einen Cabernet Sauvignon zu kräftig gebratenem Fleisch.

Merlot

Merlot zählt ebenso zu den bekanntesten Rebsorten weltweit. Bereits im 18.Jahrhundert wurden um Bordeaux Merlot Trauben angebaut. Noch heute entstammen diesen Lagen einige der berühmtesten Merlot-Weine weltweit. In Italien oder Übersee wird Merlot ebenfalls großflächig angebaut. Merlot Weine sind alkoholreich und weich im Abgang. Aromen von Pflaumen, Brombeeren, Cassis, Vanille oder Schokolade begleiten den Weingenuss. Merlot ist der perfekte Begleiter zu Wildgerichten oder Geflügel.

Pinot Noir

Die Heimat der Pinot Noir Traube ist in Frankreich. Man geht davon aus, das bereits vor 1.000 Jahren im Burgund Pinot Noir Trauben reiften. Amtlich überliefert ist der Anbau seit dem 14. Jahrhundert. Die besten Weine entstehen auf kalkhaltigen Böden. Das Aroma lässt Beerenfrüchte, Kräuter, Holz oder Ton erkennen.

Syrah

Syrah ist eine Traube, die weltweit bevorzugt angebaut wird. Vermutlich stammt die Traube aus Persien und wird dort seit mehr als 5.000 Jahren angebaut. In Übersee ist die Bezeichnung Shiraz geläufig.

Zinfandel

Zinfandel ist eine Rebe, welche um 1830 in die USA gelangte und besonders in Kalifornien sehr populär ist. Dort ist Zinfandel die am dritthäufigsten angebaute Rebsorte. Zinfandel ist recht alkoholreich und alte Weinstöcke beeindrucken mit einer pfeffrigen Note und einer harmonischen Balance.

Jeder Wein ist ein Erlebnis und bringt sein kleines Geheimnis mit, auch wenn die Rebe allgemein bekannt ist. Das Anbaugebiet und das Klima vor Ort prägen die Weine ebenso, wie die Winzer selbst besonders auf den Rotwein ihren Einfluss ausüben können. Gewisse Verallgemeinerungen, die Rebsorten und deren Aromen betreffend, haben wir Ihnen näher gebracht, versäumen Sie es aber dennoch nicht, jedem Wein unvoreingenommen zu begegnen und ihn mit allen Sinnen ganz neu zu entdecken.

Weine müssen erfahren, erlebt und genossen werden. Viel Freude dabei!
 



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