Elbling: Der erfrischende Weißwein der Römer

Die Rebsorte Elbling gehört zu den ältesten Reben Europas. Die wahrscheinlich von den Römern eingeführte Weißweinrebe kann an der Obermosel auf eine über 2.000 Jahre alte Tradition zurückblicken. Von den Römern wurde die Rebe Überlieferungen zu Folge „Vitis alba“ bezeichnet, woraus dann im Laufe der Jahrhunderte der heutige Name Elbling abgeleitet wurde.

 

Der Elbling ist eine spontane Sorten-Kreuzung

Vermutlich handelt es sich beim Elbling um eine spontane Kreuzung zweier Rebsorten. Durch DNA-Analysen konnte man feststellen, dass es sich bei einer dieser gekreuzten Sorten um den sogenannten Weißen Heunisch handelt, bei der anderen sehr wahrscheinlich um die fränkische Rebsorte Traminer Sämling.

 

Ideal geeignet für den umweltschonenden Weinbau

Zwar stellt die früh reifende Rebsorte Elbling keine besonders hohen Ansprüche an den Standort, gedeiht aber besonders gut auf Böden aus Muschelkalk wie sie an der Mosel vorherrschen. Die Rebsorte Elbling ist übrigens auch hervorragend für den naturnahen, umweltschonenden Weinbau geeignet, da sie verhältnismäßig wenig Stickstoff benötigt und die relativ dicken Stämme der Rebe sehr alt werden können.

 

Die drittwichtigste Rebsorte an der Mosel

Um die typische prickelnde Frische des Elbling-Weins zu erhalten, wird vom Winzer Aufmerksamkeit beim Schutz der dünnhäutigen Trauben verlangt. Von der gesamten Anbaufläche her betrachtet bewegt sich der Elbling mit rund 524 Hektar im unteren Bereich der Bedeutung in Deutschland. An der Mosel ist der Elbling immerhin die drittwichtigste Rebsorte, wobei die Anbaufläche in den letzten Jahren noch leicht zurückgegangen ist.

 

Flächenmäßiger Rückgang durch den Wegfall des Zehntweins

Auch in den Nachbarländern Deutschlands war die Elbling-Rebe bis weit ins 19. Jahrhundert hinein stark verbreitet. Im Laufe der Zeit wurde die Rebsorte jedoch von anderen Weißwein-Reben in den Hintergrund gedrängt. Sein flächenmäßiger Rückgang hängt vermutlich historisch eng mit dem Wegfall des Zehntweins an die Kirche zusammen. Als ertragreiche Rebsorte war der Elbling beliebt für die ökonomische Herstellung des Pflichtanteils für die Kirche.

 

Erfrischend spritzig und unkompliziert

Die Rebsorte Elbling zeichnet sich durch eine erfrischende Spritzigkeit und einen leichten, unkomplizierten Charakter aus. Ein leicht gekühlter Elbling-Wein ist an warmen Sommertagen ein idealer Durstlöscher. Der trockene Qualitätswein erfüllt auch höhere Ansprüche an Bukett und Sensorik und liefert ein rundes, harmonisches Geschmacksbild. Man kann den Elbling-Wein zu deftigen Zwischenmahlzeiten ebenso bedenkenlos empfehlen wie zu Fischen und Meeresfrüchten. Durch seine leichte und geschmeidige Art ist der Elbling auch ein toller Sommerwein.

 

Ein süffiger und erfrischender Tischwein

Der Elbling-Wein ist durch einen Säuregehalt geprägt, der in etwa dem des Riesling-Weins entspricht, aber weicher wirkt. Klassische Elbling-Trauben werden vorzugsweise zu ebenso süffigen wie erfrischenden Tischweinen ausgebaut oder für die Sektherstellung verwendet. Gerade im Sekt zahlt sich die besondere Spritzigkeit der Elbling-Rebe aus. Eine selten anzutreffende lokale Spezialität ist der Rote Elbling, der aus rötlichen Beeren hergestellt wird und die Farbe von Lachs aufweist.

 

Beachtliche Frische und Säuregehalt

Weine aus der Elbling-Traube gelten unter Kennern in Deutschland als schmackhafte Raritäten mit einem exzellenten Ruf. Ein typischer Weißwein der Elbling-Rebe beeindruckt mit einer beachtlichen Frische und einem temperamentvollen Säuregehalt. Der oft als süffig bezeichnete Charakter des Elblings und sein viel gerühmter, ausgewogener Fruchtgehalt macht den Weißwein mit der hellgelben bis blassgelben Färbung zu einem idealen Tischbegleiter. Typisch für den Elbling-Wein sind dezent duftende Apfelaromen. Am Gaumen gibt sich der belebende Elbling knackig und fruchtig.
 


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