Chenin Blanc – Alt und trotzdem spritzig wie ein Junger!

Die Chenin Blanc ist eine alte Weißweinsorte, die schon seit dem neunten Jahrhundert angebaut wird. Die aus Frankreich stammende Traube gehört zu den Edelreben und wird auch als Pineau de la Loire oder als Pineau d’Anjou bezeichnet, wobei sie aufgrund ihres Alters noch viele weitere Namen hat.

In Südafrika, wo sie die häufigste weiße Rebsorte ist, wird sie auch als Steen bezeichnet und hier wird sie auch gleichzeitig als Ausgangswein für Spirituosen genutzt.

Moderne Genstudien gehen heute davon aus, dass die Chenin Blanc eine Kreuzung aus der Sauvignon Blanc und dem roten Traminer ist.

 

Ertragsstarker Genießertropfen

Die Sorte ist sehr ertragreich, und wenn der Anbau begrenzt wird, können aus ihr Weine von höchster Qualität gekeltert werden. Gerade in Deutschland scheint dieses Wissen jedoch noch nicht komplett angekommen zu sein, denn hier gelten die Chenin Blanc Weine nicht gerade als Verkaufsschlager.

Der Rest der Welt weiß die edle Traube aber durchaus zu schätzen und so verkaut die Loire, aus der die Traube ursprünglich stammt und in der sie auch heute noch zu großen Teilen angebaut wird, etwa 90% des Gesamtertrages in den Export.

 

Flexibel und vielseitig

Die Traube hat einen sehr hohen Säuregehalt, weshalb aus ihr auch Schaumweine hergestellt werden. Die Chenin Blanc kann aber auch süß, und da sie sehr anfällig für die Edelfäule ist, wird sie auch oft zu Süßweinen weiterverarbeitet. Sogar ungekeltert ist die süße Traube ein Genuss, weshalb sie in vielen Regionen auch als Tafeltraube verkauft wird.

Nahezu keine andere Rebsorte ist so vielseitig, wie die Chenin Blanc, warum sie von Weinkennern auch als Chamäleon der Rebsorten bezeichnet wird.

In Weinen und Schaumweinen zeigt die edle Traube stets einen eleganten und spritzigen Charakter. Nuancen von grünem Apfel, weißen Blüten, Quitten und Birnen geben dem Wein darüber hinaus eine fruchtige und frische Note.

Die Weine besitzen meist eine mineralische Grundnote und wenn die Trauen edelsüß ausgebaut erden, können sich feine Noten von Marzipan, Rohrzucker und Pfirsichen hinzugesellen. Der Alkoholgehalt liegt in der Regel zwischen 12 und 13,5 % vol. Die Farbe der Weine ist goldgelb, bis hin zu grünlichen Reflexen.

Ausgebaut werden die Weine häufig in Stahltanks und durch die kräftige Säure können sie lange gelagert werden. Die Lagerfähigkeit wird durch einen restsüßen und halbtrockenen Ausbau sogar noch erhöht, wobei der Wein jedoch auch beim trockenen Ausbau mindestens für ein Jahr im Barriquefass gelagert werden kann.

Werden die Trauben nicht sortenrein ausgebaut, ist die Chardonnay beispielsweise ein geeigneter Partner, der die Chenin Blanc wundervoll ergänzt.

 

Das Aussehen und die Eigenschaften

Die Trauben der Chenin Blanc sind rundlich bis oval und wachsen dichtbeerig. Die Früchte sind mittelgroß und haben eine saftige goldgelbe Farbe. Die Schalen der Beeren sind zwar relativ dünnhäutig, die Trauben sind aber trotzdem sehr knackig.

Da die Chenin Blanc früh austreibt ist sie empfindlich gegen späte Frühjahrsfröste und im Weinbau ist die Traube eher eine schwierigere Sorte, da sie zum Beispiel sehr anfällig gegen den echten und den falschen Mehltau ist.

Die Traube zählt mit einer Reifezeit von 12 bis 15 Tagen nach dem Gutedel zu den früh reifenden Sorten.
 


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